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11. Januar 2016

Familiendrama: Bruder gesteht Tötung von Schwester

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Ein Sondereinsatzkommando konnte am Freitag zwei mutmaßliche Täter fassen.  Foto: dpa

Langsam kommt Licht ins Dunkle. Die 30-jährige schwangere Frau in Hanau ist von ihrem Bruder erstochen worden. Mutmaßlich ging es um die Familienehre.

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Zum gewaltsamen Tod einer 30-Jährigen in der Hanauer Innenstadt liegt ein Geständnis von einem der beiden Brüder der Frau vor, berichten Polizei und Staatsanwaltschaft Hanau in einer gemeinsamen Mitteilung. Demnach soll der ältere der beiden Brüder die schwangere Schwester mit mehreren Messerstichen in den Hals und in den oberen Brustbereich getötet haben, ergab die Obduktion. Die 21 und 26 Jahre alten Männer flohen nach der Tat.

Sie konnten am Freitagnachmittag von einem Sondereinsatzkommando der Polizei in einem Taxi nach Trier festgenommen werden. Warum die Männer diese Stadt als Ziel angegeben haben, ist noch unbekannt. Die Tatverdächtigen sind am gestrigen Montag an die Hanauer Kripo zur weiteren Vernehmung überstellt worden.

Nach bisheriger Erkenntnis öffnete der Ehemann der 30-Jährigen am Donnerstag gegen 22.30 Uhr den beiden Brüdern die Wohnungstür. Kurz darauf soll es zu einer Auseinandersetzung gekommen sein, bei der der 30 Jahre alte Ehemann leicht verletzt zu einem Nachbarn geflüchtet seien soll. Die Frau und ein sechs Jahre altes Kind blieben in der Wohnung. Beide Brüder sollen ihre Schwester zunächst geschlagen haben. Einer der Männer soll in die Küche gegangen sein, dort ein Messer geholt und auf die Schwester eingestochen haben. Die 30-Jährige versuchte sich noch in das Treppenhaus zu retten, wo sie aber wegen der schweren Verletzungen kurz nach dem Eintreffen der Polizei starb, die ein Nachbar wegen der Schreie alarmiert haben soll.

Geständnis wird prüft

Nach der Festnahme hat der 26-jährige Bruder die Tat eingeräumt. Ob dieses Geständnis letztlich der Wahrheit entspricht, sollen die Vernehmungen und die Ermittlungen zeigen, sagt Polizeisprecher Rudi Neu. Keine Aussagen hätten die Täter zum Motiv gemacht. Als gesichert gilt hingegen für die Polizei, dass es in dem Konflikt um die Familienehre ging. Die Familie der Getöteten und ihre beiden Brüder kamen im vergangenen Jahre als syrische Flüchtlinge nach Hanau; einer der Brüder lebte in einer Sammelunterkunft in Gelnhausen.

Laut Rudi Neu liegt gegen den Ehemann der 30-Jährigen kein Tatverdacht vor. Weil der Tatort versiegelt ist, hat die Stadt den Mann mit seinem Kind vorübergehend in einer anderen Wohnung untergebracht, heißt es auf Anfrage von der Stadt.

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