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22. März 2013

FDP Wiesbaden: Feuer und Flamme für Windkraft

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Wegen dieses Bildes wirft die Opposition der Wiesbadener FDP Panikmache vor. Foto: Anke Marwede

Ein brennendes Windrad zierte unter anderem die Facebook-Seite der Wiesbadener FDP. Die Opposition hält das für Panikmache. Pikant: Kreisvorsitzender der Wiesbadener Liberalen ist ausgerechnet Wirtschaftsminister Florian Rentsch.

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Brennende Windräder auf dem Taunuskamm? Eine Horrorvision. Dass ausgerechnet die Wiesbadener FDP mit dem Bild eines in Flammen stehenden Rotors Ängste schürte, brachte diese Woche die Opposition im Landtag in Rage. Kreisvorsitzender der Wiesbadener Liberalen ist nämlich Wirtschaftsminister Florian Rentsch, maßgeblich zuständig für die Energiewende in Hessen.

„Für erneuerbare Energien. Gegen Unvernunft“ stand als Slogan auf dem Foto, das unter anderem als Startbild der Facebook-Seite der FDP Wiesbaden auftauchte, und „Kein Risiko für Wiesbaden! Erst prüfen, dann aufstellen!“ Die Wiesbaden-Tanussteiner Gemeinschaftsfirma Eswe Taunuswind will auf dem Taunuskamm Windkraftanlagen errichten. Kritiker fürchten unter anderem, das könne die Bewerbung Wiesbadens um einen Eintrag in die Unesco-Welterbe-Liste beeinträchtigen.

Michael Spruch vom Wiesbadener Kreisverband der FDP plädiert für „Augenmaß und Ziel“ beim Ausbau der Windenergie. Die Taunuswind ist aus seiner Sicht zu schnell mit ihren Plänen für bis zu 30 Rotoren. Es gehe den Liberalen aber „nicht darum, Windkraft und erneuerbare Energien zu verteufeln“.

Genau das tue die FDP jedoch mit dem Foto eines brennenden Rotors, sagte die Grüne Angela Dorn. Die angebliche Feuergefahr in Rotoren sei ein bei Windkraft-Gegnern beliebtes Klischee und werde oft befeuert durch bedrohliche Bilder wie das auf der FDP-Facebook-Seite. Es stammt offenbar von den Internet-Seiten der Freiwilligen Feuerwehr Beedenbostel in Niedersachsen, die es 2009 bei einem Einsatz aufgenommen hatte.

Der erste Kommentar zum Bild auf der FDP-Facebook-Seite verglich seine Verwendung mit den „brennenden Wasserhähnen“, die Gegner der Erdgas-Fördertechnik Fracking oft ins Feld führen. Das Aufbrechen von Gasvorkommen tief im Gestein kann zwar Gefahren für das Trinkwasser bergen, sagen Experten. Dass Flammen aus Wasserhähnen schlagen, wie es in den USA passiert sein soll, habe damit aber nichts zu tun.

Sowohl Rentsch als auch Kreisverbands-Sprecher Spruch gaben an, sie hätten das Bild als nächtlich beleuchtetes Windrad aufgefasst, nicht als brennendes. Er habe es gewählt, so Spruch, weil die Farbigkeit so gut zum FDP-Blau-Gelb passe. Rentsch sagte, das Bild zeige, „dass es eine Reihe von Ängsten gibt“. Er sieht sich in seinem Kurs bestätigt, durch starre Regeln für Windkraftanlagen die Akzeptanz fördern zu wollen.

Rentsch räumte aber ein, „man kann zu Recht über die Art des Motivs streiten“. Am späten Donnerstagnachmittag war es von der FDP-Website verschwunden. Samt den Kommentaren dazu.

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