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Rhein-Main und Hessen
Hessische Landespolitik und Berichte aus dem Rhein-Main-Gebiet.

07. Juli 2010

Ferienzeit am Frankfurter Flughafen: Zeit zum Abheben

 Von Jasmin Schülke

Slots sind am Frankfurter Flughafen sind heiß begehrt. Etablierte Gesellschaften sind dabei im Vorteil. Von Jasmin Schülke

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Die Flughafenkoordination teilt den Airlines Start- und Landerechte (Slots) für die 16 deutschen Verkehrsflughäfen zu. Im vergangenen Jahr wurden 2,2 Millionen Flüge koordiniert, davon 463.000 in Frankfurt.

Die Organisation wird von Claus Ulrich geleitet und hat 15 Mitarbeiter. Sie ist dem Bundesverkehrsministerium unterstellt.

www.fhkd.org (jas)

Tausende wollen in den Urlaub. Die Schlangen in der Abflughalle sind lang, im Minutentakt heben Flieger ab. Damit alles reibungslos funktioniert, bekommen die Fluggesellschaften sogenannte Slots zugeteilt: Zeitfenster, in denen Maschinen starten oder landen dürfen. Dabei wird zwischen Airport-Slots, die langfristig vergeben werden, und Airway-Slots, die tagesaktuell festgelegt werden, unterschieden.

Slots sind unter den Airlines heiß begehrt. Nur wer ein Start- oder Landerecht hat, darf Passagiere und Fracht befördern. Wächter über langfristige Slots ist Claus Ulrich, Flughafenkoordinator der Bundesrepublik. Bei ihm können die Linien ihre Start- und Landezeiten beantragen. Die gelten dann für eine Flugplansaison. Dabei gibt es für Stammgäste eine bevorzugte Behandlung: Hat eine Airline erst einmal einen Slot bekommen, kann sie diesen in der folgenden Saison behalten. Großvaterrecht heißt das in der Branche.

"Die Fluggesellschaften haben eine Garantie, ihre Slots wiederzubekommen. Das ist weltweit so", erklärt Ulrich. In Frankfurt besitzen rund 95 Prozent aller Flüge ein solches Großvaterrecht. "Ein enges Korsett. Da gibt es wenig Spielraum", räumt der Koordinator ein. Hinzu kommt, dass 98 Prozent aller theoretisch möglichen Slots am Frankfurter Flughafen auch ausgeschöpft werden. Das bedeutet, dass neue Airlines oder solche, die Frankfurt noch nie angeflogen haben, schlechte Chancen haben, ein Start- oder Landerecht zu bekommen.

Doch es gibt Ausnahmen: So können bis zu 20 Prozent der genehmigten Rechte von den Fluggesellschaften nicht in Anspruch genommen werden. Die frei gewordenen Slots werden von Claus Ulrich an Airlines vergeben, die auf Warteliste stehen. Air Berlin beispielsweise ist es gelungen, Slots für regelmäßige Flüge nach Berlin und Hamburg zu ergattern. Mehr Slots wird auch die neue Landebahn bringen, die voraussichtlich im Herbst 2011 in Betrieb geht. Dann sollen auch Gesellschaften zum Zuge kommen, die Frankfurt bisher noch nicht angeflogen haben. "Schon jetzt haben drei Airlines Interesse bekundet", sagt Claus Ulrich. Einen Handel mit Start- und Landerechten, wie in den USA und Großbritannien üblich, lehnt er ab: "Würde man die Rechte verkaufen statt zuteilen, wären kleine Fluglinien im Nachteil."

Der Handel könne zu Klüngeleien führen. In Großbritannien bezahlen Fluggesellschaften hohe Summen an andere Airlines, um Slots zu erwerben, die diesen zugeteilt worden sind. "Dabei gehen schon mal dreistellige Millionenbeträge über den Tisch", sagt Ulrich. Fast schon symbolisch erscheinen dagegen die Beträge, die der Koordinator den Fluggesellschaften in Deutschland in Rechnung stellt: Ein koordinierter Slot kostet momentan 2,31 Euro.

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