Die vergangenen Tage waren nervenaufreibend für Detlev Buchholz. Unter Protest hat der Präsident der Fachhochschule Frankfurt den Hochschulpakt unterzeichnet, nachdem er sich zuvor einen veritablen Streit mit Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) geliefert hatte.
Denn von den Einsparungen an den Hochschulen hält Buchholz gar nichts. Und weil er das auch so deutlich sagte, bekam er von der Landesregierung einiges zu hören. Doch es gibt auch angenehme Momente für Buchholz, in denen er von offizieller Seite für seine Arbeit gelobt wird. So hat die Hochschulrektorenkonferenz die FH jetzt als "Good practice-Beispiel" für die erfolgreiche Umsetzung des Bologna-Prozesses gewürdigt.
Gegen "Bologna" protestieren Studenten seit geraumer Zeit, weil sie sagen, der neue Abschluss Bachelor sei viel zu unflexibel. Genau das Problem gibt es an der Fachhochschule nicht. Vor allem nicht im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit, den die Hochschulrektorenkonferenz besonders hervorhob.
Bei der Konzeption waren den Verantwortlichen um die Professoren Dagmar Oberlies und Michael Behnisch "Wahlfreiheit und Flexibilität" wichtig. Vor allem sollten die Studenten Studium und Familie vereinbaren können. Sie dürfen wählen, ob sie ihre Vorlesungen lieber vormittags oder nachmittags, lieber in der ersten oder in der zweiten Wochenhälfte hören wollen. Dieses Angebot gilt für alle 220 Studentinnen und Studenten, die pro Semester aufgenommen werden.
In Sachen Bachelor und Master war die Fachhochschule ohnehin Vorreiter. Alle 40 Studiengänge sind mittlerweile auf die neuen Abschlüsse umgestellt, die vor allem internationale Vergleichbarkeit bieten sollen. Seit 2005 hat die Fachhochschule eine eigene Bologna-Beauftragte. Die Stelle wird von der Hochschulrektorenkonferenz gefördert.
"Durch die frühe Umstellung haben wir schon viele Erfahrungen mit den neuen Studienstrukturen und Abschlüssen gemacht", sagt Detlev Buchholz. Schon lange vor den Studentenprotesten habe die Fachhochschule an einer "Verfeinerung" gearbeitet. Daher könne sich die Hochschule in die aktuelle Diskussion sehr gut einbringen.

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