Es geht um Grundsätzliches. Und da ist die Sache für Götz Werner, den Gründer der "dm-drogerie märkte", ganz klar: In seinem Unternehmen werden keine Boni gezahlt. Denn eines müsse man doch wohl einsehen: Die Motivation eines Mitarbeiters könne allein aus dem Glauben an die gemeinsame Sache erwachsen, nicht aus der Aussicht auf einen Zusschlag. Es sei "ein großer Irrtum, dass Menschen in Erwartung eines Boni besser arbeiten", sagt der Unternehmer am Donnerstag in Frankfurt.
Werner macht sich an diesem Tag bei einer Tagung im Hilton seine Gedanken über "Werte in der Krise". Das Thema hat die Gruppe "20 plus 1" auf die Tagesordnung gesetzt.
Das ist ein Kreis internationaler Wirtschaftsjournalisten am Finanzplatz. Zu ihm gehören 20 Journalisten, unter ihnen auch Robert von Heusinger, der Wirtschaftschef der Frankfurter Rundschau. Der eine neben den 20 Anderen ist Nader Maleki, der den Kreis auch ins Leben gerufen hat.
"Werte in der Krise" geben die Journalisten vor und fragen: "Renaissance oder verlogene Debatte?" Gerade weil es dabei um Grundsätzliches gehe, widerspricht Karl-Georg Altenburg auch seinem Gesprächspartner Werner in der Frage nach den Boni ganz entschieden. "Eine erfolgsabhängige Bezahlung" werde bei seinen Kollegen als Belohnung verstanden, sagt der Geschäftsführer der JP Morgan Bank. Allein - die Belohnung müsse eine langfristige, gleichsam ein Anreiz für kontinuierliche Leistung sein. Diese Maxime gelte in seinem Geldinstitut nicht erst seit der aktuellen Krise.
Handel ist doch keine Zockerei
Für die Banken gehe es gegenwärtig darum, in der Öffentlichkeit "zwei Sachen" anzugehen, hebt Altenburg hervor: Die Manager sollten ihre ethisch geprägten Maximen als eigene Grundsätze darstellen und zugleich "auf die Bedeutung ihrer Arbeit hinweisen". Schließlich brauche man "unbedingt einen funktionierenden Finanzmarkt", hebt der Bankmanager hervor. Der Handel mit Wertpapieren "ist doch keine Zockerei".
Da gibt es keinen Widerspruch. Auch nicht von Götz Werner. Für den dm-Gesellschafter gilt: In der Konkurrenz durchsetzen könnten sich "nur die Produktivsten". Und unter den Produktivsten, setzt der Unternehmer hinzu, da brauche man auch "keine Taschenspielertricks".

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