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Finanzprobleme: Rauswurf für Lions und Huskies

Die Lions seien Tag und Nacht unterwegs, um weitere Sponsorengelder einzutreiben. Auch die Huskies wollen in der Bundesliga bleiben. Von Friederike Tinnappel und Katja Schmidt

Lob und Tadel von Sportdezernent Markus Frank (CDU) in Frankfurt für die Lions. Weil sie ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht nachweisen konnten, hat die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) den Lizenzvertrag, der für den Verbleib in der Bundesliga nötig ist, mit sofortiger Wirkung gekündigt. Das Gleiche trifft auch auf die Kassel Huskies zu.

Frank hofft, dass die Entscheidung durch ein Schiedsverfahren rückgängig gemacht wird. Bis auf 500.000 bis 600.000 Euro sei das einst "gigantische Loch" gestopft. Der Verein sei "Tag und Nacht unterwegs", um weitere Sponsorengelder einzutreiben.

Frank wird für die Frankfurt Lions keine Steuergelder opfern - obwohl es "ein herber Verlust" wäre, wenn die Mannschaft nicht mehr spielen könnte. In der Vergangenheit hätten die Lions oft die Miete für ihre Auftritte in der städtischen Eissporthalle nicht gezahlt - und zwar seit 2002. In dem Hilfspaket der Stadt spielt die Hallenmiete eine wichtige Rolle.

Frank ist bereit, die Altschulden auf zehn Jahre zu strecken und die Miete selbst auf den Selbstkostenpreis zu senken. Außerdem würde die Stadt akzeptieren, dass der Name der Halle an ein bekanntes Unternehmen verkauft wird - so wie das Waldstadion jetzt den Namen der Commerzbank trägt.

"Wir glauben nicht daran, dass die Lions keine Lizenz kriegen", sagt der Betriebsleiter der Eissporthalle, Dieter Henning.

Das ganze Team hoffe, dass es weitergeht. Derzeit ruht der Betrieb ohnehin. Erst Anfang September kann man dort wieder Schlittschuh laufen. Bis dahin wird die Halle anderweitig genutzt - am heutigen Freitag für die Nudelparty der Iron-Männer und -Frauen. Mitte Juli dann für ein großes eritreisches Volksfest.

Huskies-Geschäftsführer wirft der DEL Rechtsmissbrauch vor

Unmut in Kassel: Wie den Frankfurt Lions hat die DEL auch den Kassel Huskies die Lizenz für die nächste Saison verweigert. Eine Entscheidung, die Kassels OB Betram Hilgen (SPD) "sportpolitisch unakzeptabel und nicht nachvollziehbar" nennt. Es könne nicht sein, dass kein hessischer Verein in der Ersten Eishockeyliga spielen solle.

Huskies-Geschäftsführer Fritz Westhelle wirft der DEL gar Rechtsmissbrauch vor. Die Liga hatte die Lizenz mit dem Hinweis verweigert, die Huskies befänden sich noch im Insolvenzverfahren. Ohne die DEL könnte das Verfahren aber längst zu Ende sein, so Westhelle. "Wir kriegen die Lizenz", betont er. "Immer wenn die auf uns draufhauen, hauen wir zurück - und gewinnen."

Sollte die Sache nicht gut für die "Schlittenhunde" ausgehen, verlöre Kassel sein einziges Erstliga-Sportteam mit breiter Fan-Gemeinde. Die Zukunft der Huskies ist auch für die Stadt finanziell wichtig: Im Stadtteil Bettenhausen soll in einem Fabrikgebäude eine Halle für 7000 bis 9000 Besucher entstehen: die "Salzmann-Arena". Hauptmieter sollen die Huskies sein. Investieren will Dennis Rossing mit seinem Bad Hersfelder Unternehmen Rosco. Er hatte auch die von Insolvenz bedrohten Huskies übernommen.

Autor:  Friederike Tinnappel und Katja Schmidt
Datum:  2 | 7 | 2010
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