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Rhein-Main und Hessen
Hessische Landespolitik und Berichte aus dem Rhein-Main-Gebiet.

08. Februar 2012

Fluglärm am Frankfurter Flughafen: Die Kehrseite der Jobmaschine

 Von Friederike Tinnappel

Frankfurter IG-Metall-Vorstand fordert die Stilllegung der neuen Landebahn

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Die Kandidaten-Runde

Die Oberbürgermeisterwahl am 11. März ist für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) der Anlass, fünf Kandidaten einzuladen.
Am Mittwoch, 15. Februar, 18 Uhr, treffen im Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77, Boris Rhein (CDU), Peter Feldmann (SPD), Rosemarie Heilig (Grüne), Janine Wissler (Die Linke) und Herbert Förster von der Piratenpartei im Rahmen einer Podiumsdiskussion aufeinander.
FR-Redaktionsleiter Arnd Festerling übernimmt die Moderation. Der Eintritt ist frei.

Wenn vom Frankfurter Flughafen die Rede ist, denken die einen an Arbeitsplätze, die anderen an Fluglärm. Die Gewerkschaften sind da offenbar hin- und hergerissen. Bei der letzten Großdemonstration der Fluglärmgegner am vergangenen Samstag im Terminal 1 war auch die Industriegewerkschaft Metall vertreten. Die 2. Bevollmächtigte, Katinka Poensgen, wies auf die Kehrseite der sogenannten Jobmaschine Flughafen hin. Am Dienstag erläuterte sie im Gespräch mit der FR, wie diese Kehrseite aussieht.

Poensgen erinnerte an die Verlagerung von industriellen Arbeitsplätzen in Länder, in denen die Produktion weitaus billiger ist als in Deutschland. Die Waren würden „just in time“ geliefert, so etwas funktioniere aber nur, wenn es die entsprechende Infrastruktur, sprich den Flughafen, gebe. Also würden durch den Flughafen Arbeitsplätze im Inland vernichtet, argumentiert Poensgen. Umgekehrt würden nach ihrer Einschätzung neue Arbeitsplätze entstehen, wenn Inlandsflüge gestrichen und durch Reisen mit Bahn und Bus ersetzt würden. „Die Leute würden ja nicht zu Hause bleiben.“ Poensgen kritisierte, dass eine Bahnfahrkarte nach Berlin deutlich teurer sei als ein Flug dorthin. Sie wies darauf hin, dass „auch viele Metallarbeitnehmer unter dem Fluglärm leiden“.

Auf der Homepage der Frankfurter IG Metall wird ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr morgens gefordert. Da viele Metaller Schichtarbeiter seien und auch nachts arbeiteten, müsse es aber auch tagsüber leiser werden, sagte Poensgen. Deshalb wird von Poensgen – so wie von über 70 Bürgerinitiativen im Rhein-Main-Gebiet – die Stilllegung der neuen Nordwestbahn gefordert. Michael Ehrhardt, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Frankfurt, steht zu dieser Forderung, stellt aber klar, dass diese Position im Ortsvorstand kein Konsens sei.

Nach Angaben des Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in der Rhein-Main-Region, Harald Fiedler, ist die IG Metall die einzige Gewerkschaft, deren Führungsspitze die Stilllegung fordert. Fiedler hatte auf dem traditionellen Neujahrsempfang des DGB angeregt, über das Thema Flughafen und Fluglärm „neu nachzudenken“. Der Flughafen werde auch in Zukunft für die Wirtschaftsregion Rhein-Main wichtig bleiben, sagte Fiedler am Dienstag. Pro Jahr werde mit einer Zunahme der Flugbewegungen von fünf bis acht Prozent gerechnet. „Kompetente Menschen“ sollten die Initiative ergreifen, wie der Konflikt zwischen Wirtschaft und dem Ruhebedürfnis der Bevölkerung gelöst werde könne. Dabei sollte die Bevölkerung einbezogen werden.

Schon jetzt sei die Lärmbelastung enorm. Auch Fiedler plädiert für ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr. Seit dem Neujahrsempfang sei in den Gewerkschaften ein Diskussionsprozess in Gang gekommen. Aber in erster Linie sei die Politik gefragt. Am 15. Februar werden im Gewerkschaftshaus die fünf eingeladenen Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 11. März sicher auch mit dem Thema Fluglärm konfrontiert werden, meinte Fiedler.

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