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10. Dezember 2012

Flugzeug-Absturz bei Wölfersheim : Opfer aus Frankfurt und Kreis Offenbach

 Von 
Radar-Daten der Flugsicherung könnten neue Erkenntnisse bringen.  Foto: dpa

In den bei Wölfersheim abgestürzten Kleinflugzeugen saßen Reisende aus der Region. Die Unfallursache ist noch unklar, aber Daten der Flugsicherung könnten neue Erkenntnisse bringen.

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In den bei Wölfersheim abgestürzten Kleinflugzeugen saßen Reisende aus der Region. Die Unfallursache ist noch unklar, aber Daten der Flugsicherung könnten neue Erkenntnisse bringen.

In dem Kleinflugzeug, das in Koblenz gestartet war und in Reichelsheim landen sollte, befanden sich ein Lufthansa-Pilot (42) mit seiner Lebensgefährtin, einer 33-jährigen Fluglotsin, und ihrem gemeinsamen vierjährigen Kind. Als Wohnort geben Polizei und Staatsanwaltschaft in einer Presseerklärung vom Montag Frankfurt an. Die anderen Opfer stammen aus Dietzenbach im Kreis Offenbach. Für sie, einen 40-jährigen Mann, eine 42-jährige Frau und drei Kinder im Alter von zwei, sechs und acht Jahren endete der von Stadtlohn in Nordrhein-Westfalen nach Aschaffenburg geplante Flug tödlich.

Wie es zu der Kollision kommen konnte, die wenige Kilometer vom Flugplatz Reichelsheim entfernt über dem Stadtteil Wölfersheim-Melbach erfolgte, ist nach wie vor unklar. „Wir rätseln auch die ganze Zeit“, erklärte der Pressesprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS), Axel Raab. Fest stehe, dass beide Flugzeuge nicht – wie es gerüchteweise hieß – in geringer Höhe zusammengestoßen seien. Aus den obligatorischen Radar-Aufzeichnungen gehe hervor, dass sie sich rund 3000 Fuß, also etwa einen Kilometer über Grund befunden hätten, als der tödliche Unfall passierte.

"Im spitzen Winkel aufeinandergeprallt"

Die Piper Saratoga sei auf einem südöstlichen Kurs unterwegs gewesen. Die Robin habe aus Westen kommend eine Rechtskurve geflogen. Dann seien beide Maschinen „in einem spitzen Winkel aufeinandergeprallt“. Denkbar sei, dass der Pilot der Robin die Piper nach der Rechtskurve nicht habe sehen können. Dieses Manöver könne aber nicht erklären, warum die Robin nicht von dem anderen Flugzeugführer wahrgenommen wurde. Vom Flugplatz in Reichelsheim sei die Flugsicherung am Samstag angerufen worden. Offenbar hatte sich der Pilot der Robin, so wie es üblich ist, wenige Minuten vor Erreichen des Platzes in Reichelsheim gemeldet.

Die Sichtverhältnisse am Samstagnachmittag – die Kollision ereignete sich um 16.04 Uhr – werden sowohl von der DFS als auch von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen als gut bezeichnet. Vermutungen, dass einer der beiden Piloten oder beide durch die Sonne geblendet worden sein könnten, bestätigten sich nicht, da keines der Flugzeuge in Richtung Westen unterwegs war.

Vier Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen waren auch am Montag noch vor Ort. Wie Pressesprecher Jens Friedemann auf Anfrage erklärte, sei man dabei, beide Wracks zu untersuchen. Die Teile mit „Kollisionsspuren“ seien in einer Halle eingelagert worden. Sie würden gründlich unter die Lupe genommen. Gleichzeitig würde auch die Befragung der Zeugen fortgeführt. Die Anwohner seien aufgerufen worden, sich zu melden, wenn sie für den Absturz relevante Beobachtungen gemacht hätten.

Flugaufsicht analysiert Radar-Daten

Von der Deutschen Flugsicherung habe man die Radar-Daten erhalten. Diese würden nun gründlich analysiert. Auch habe man sich die Winddaten geben lassen. Nun werde man überprüfen, wie die Sitzposition des Piloten gewesen sei und welche Bereiche für ihn nicht einsehbar gewesen sein könnten.

Ein erster Zwischenbericht der Bundesstelle wird nicht vor Anfang bis Mitte Februar im Internet stehen. „Wir sind bestrebt, innerhalb eines Jahres den Vorgang abzuschließen“, sagte Friedemann. Ob das gelinge, sei aber nicht sicher.

Bei dem Flugzeug-Absturz südlich von Wölfersheim handelt es sich um eines der bundesweit schwersten Flugzeugunglücke der letzten Jahre. Die Maschinen stürzten auf einen Acker neben der B455. Die Räumungsarbeiten waren am Wochenende durch das winterliche Wetter stark behindert worden.

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