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15. Dezember 2012

Flugzeugabsturz bei Wölfersheim: Die Bilder bleiben im Kopf

 Von Stefan Höhle, dapd
Rückblick: Bergungsarbeiten an den Wracks der Kleinflugzeuge bei Wölfersheim. Foto: dpa

"Auf so etwas ist man nie vorbereitet": Helfer und Augenzeugen kämpfen noch immer mit den Bildern, die sich nach dem Zusammenprall zweier Kleinflugzeuge bei Melbach in die Köpfe gebrannt haben.

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Wölfersheim –  

In die Kirche des hessischen Örtchens Wölfersheim-Melbach sind am Samstag zum Gottesdienst für die acht Opfer des Flugzeugunglücks auch Augenzeugen und Rettungshelfer gekommen. „Meine Frau, die Kinder und ich sprechen jeden Tag über die Erlebnisse“, sagte der 36-jährige Lehrer Kai Gerlach. „Das hilft uns vielleicht am besten.“

Nur wenige Hundert Meter vom Haus der jungen Familie entfernt prallten vor einer Woche zwei Kleinflugzeuge in der Luft zusammen und stürzten ab. Rund 300 Besucher der Trauerfeier in der evangelischen Gemeinde von Melbach gedachten am Samstag der Opfer.
In einer Botschaft ließen Angehörigen der Toten während der Andacht Dankesgrüße an die Rettungskräfte verlesen, die eine ganze Nacht lang auf einem Feld am Rand der Wetteraugemeinde die Überreste der Opfer geborgen hatten. „Bei meinem Jogginglauf ist eines der zwei Flugzeuge unmittelbar vor der Katastrophe über meinen Kopf hinweggeflogen“, berichtete Gerlach. „Dann hörte ich es krachen.“ Das Lehrerpaar und die vier und sechs Jahre alten Kinder verfolgten vom Fenster ihres Hauses aus zunächst stundenlang die Rettungsarbeiten. „Dann ließen wir die Rollläden runter.“

Augenzeuge: „Die Last bleibt groß“

Weil das Geschehen jeden in der Familie unaufhörlich beschäftige, werde untereinander eben auch darüber gesprochen, berichtete der Lehrer. „Zusammenhalt zählt. Die Last ist bis heute groß.“ Unter den acht Opfern des Unglücks sind vier Kinder zwischen zwei und acht Jahren.

Gedenkgottesdienst für die Opfer des Flugzeugunglücks bei Wölfersheim: Auch Rettungskräfte nahmen teil, wie diese Mütze eines Feuerwehrmannes auf der Kirchenbank zeigt.
Gedenkgottesdienst für die Opfer des Flugzeugunglücks bei Wölfersheim: Auch Rettungskräfte nahmen teil, wie diese Mütze eines Feuerwehrmannes auf der Kirchenbank zeigt.
Foto: dapd

„An diesem Adventsabend verdunkelte sich der Himmel“, sagte bei der Trauerandacht die evangelische Notfallseelsorgerin Carmen Berger-Zell, die am Rettungseinsatz beteiligte war.

Am Ortsrand von Melbach wohnt auch der 64-jährige ehemalige Verkehrspilot Willi Schmidt. Er wurde ebenfalls Zeuge des Unglücks und half in der Nacht den Rettungskräften. „Ich war früher beim US-Militär“, erzählte Schmidt. „Für alles Mögliche wurden wir ausgebildet. Aber auf so etwas ist man nie vorbereitet.“ Auf das, was der 64-Jährige erlebte, kann keiner vorbereitet sein. Nach Stunden auf dem Feld fand Schmidt die Leiche eines der kleinen Mädchen. „Mir geht es nicht gut. Und es wird nicht besser, wenn ich darüber spreche“, sagte der frühere Pilot.

Unter den Trauergästen waren auch der Landrat des Wetteraukreises, Joachim Arnold (SPD), und der Wiesbadener Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU).

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