"Integration ist eine Querschnittsaufgabe." Ein Satz, der immer dann fällt, wenn Nargess Eskandari-Grünberg über das Integrations- und Diversitätskonzept spricht, das unter ihrer Regie entstanden ist und seit nunmehr einer Woche vorliegt. Einer Maxime gleich setzte die Integrationsdezernentin diesen Satz beim Stadtgespräch der Frankfurter Rundschau in die Welt, das Lokalchef Matthias Arning am Mittwochabend im Depot Sachsenhausen moderierte: Die Verantwortung für Integration müssten in dieser Stadt einer gemeinsamen Anstrengung gleich alle Dezernate haben. In dieser Forderung schwingt durchaus auch die Kritik der Stadträtin der Grünen an der bisherigen Kommunalpolitik in dieser Stadt mit.
"Welches Angebot kommt bei den Menschen an?" Die Antwort auf diese Frage soll den weiteren Weg in Frankfurt bestimmen. Das jedenfalls lässt sich aus den Ausführungen der Integrationsdezernentin entnehmen. Es werde zunächst ausgewertet, welche Integrationsprogramme es in der Stadt gibt und welche bislang fruchten, sagte die Dezernentin.
Abrufbar ist das Dokument im Übrigen unter der Internet-Adresse www.vielfalt-bewegt-frankfurt.de.
Der angekündigte Paradigmenwechsel, soll heißen: ein Neuanfang in der Integrationspolitik, ist verbunden mit dem Abschied vom bisher gepflegten Begriff "Multikultur". Bestimmt werden soll die Debatte künftig vom Leitwort "Vielfalt", betonte Eskandari-Grünberg.
Das A und O des "Integrations- und Diversitätskonzepts für die Stadt Frankfurt am Main", so ist das 238 Seiten umfassende Papier betitelt, soll der Dialog sein. Diesem Anspruch versucht Nargess-Eskandari dadurch gerecht zu werden, dass sie nach ihrem Auftritt im Depot Sachsenhausen in vielen Gremien und öffentlichen Veranstaltungen zu dem von ihr geplanten Perspektivwechsel sprechen möchte. Systematisch wolle sie für ihr Anliegen werben.
Die Frankfurter sind zweifelsohne interessiert an dem Thema Integration. Das wurde auch am Mittwochabend deutlich. Der Einladung der FR-Lokalredaktion folgten rund 250 Gäste. Unter ihnen bildeten Zugewanderte die Minderheit, aber sie schwiegen nicht: Vielmehr meldeten auch sie sich während der mehr als zweistündigen Veranstaltung zu Wort.
"Ich bin ziemlich leidenschaftslos, was Begriffe betrifft", sagte beispielsweise Emine Tekkiliç, die aus der Türkei stammt. Entscheidend sei vielmehr die Kultur der Anerkennung, die die Migranten bisher viel zu wenig bekommen hätten. Und das Anerkennen der Realität, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist.
Die Reaktionen des Publikums fielen zum Ende der Veranstaltung unterschiedlich aus. Die einen erklärten, dass sie mehr Konkretes von der Integratgionsdezernentin zu ihrem Konzept erwartet hätten, andere wiederum sagten, dass sie sich ein erstes Bild hätten machen können und sich das Papier nun genauer anschauen möchten.

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