Das haben sich die meisten doch gleich gedacht: Das ganze Gerede über die Zukunft der Stadt wie des Ballungsraums, das ziele doch allein auf das Image der Metropolregion. Die Skeptiker zeigten sich gleich von der ersten These bestätigt, die Albert Speer im vergangenen Februar vortrug: Frankfurt braucht "ein Marketingkonzept 2030, das auch die unbekannten Stärken betont und ein attraktives Zukunftsbild der Stadt vermittelt". Prompt hieß es: Die Stadtplaner aus dem Büro Speer sorgten sich allein um das Image Frankfurts, zielten mit ihren Vorschlägen zur Entwicklung der Bürgerstadt 2030 allein auf die Sicht von außen, interessierten sich also gar nicht für das, was in dem städtischen Gemeinwesen perspektivisch passieren müsste.
Spätestens mit dem Anlaufen erster Projekte, die Speers Leute ins Gespräch brachten, und den Impulsen, die jetzt Frankfurter Schüler aus 79 Schulen beim Malwettbewerb von Tigerpalast und FR beisteuerten, dürften sich die Zweifler allerdings korrigieren müssen: Mit den Handlungsperspektiven "Frankfurt für alle" ist eine Debatte in Gang gekommen, die diese Stadt gut gebrauchen kann.
In den Fokus geraten sind mit Speers Denkschrift die Siedlungen der 70er Jahre: So stehen die Heinrich-Lübke-Siedlung in Praunheim und das Mainfeld in Niederrad demnächst für energieeffiziente Umbauten. Über die Zukunft der Nordweststadt dürfte recht bald ein Nachdenken einsetzen. Im Bildungsbereich machten sich Klaus Ring und Roland Kaehlbrandt, die Führungsspitze der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, in Speers Studie Gedanken über Impulse.
Projekt Bürgerakademie
Sie empfahlen die Gründung einer Bürgerakademie, in der sich ehrenamtlich Engagierte miteinander austauschen und gegenseitig ermutigen können. Und sie schärften die Blick für die Übergänge in Bildungsbiografien: Mit dem Projekt "Lernen vor Ort" bemüht sich die Stadt mittlerweile gemeinsam mit der Stiftung darum, im Gallus auf dem Weg von der Grundschule zur weiterführenden Schule zu helfen. Und das Projekt Bürgerakademie ist bereits vor einigen Wochen angelaufen.
Und doch dürfte über vieles andere nach den Sommerferien zu reden sein. Wenn erst die Hinweise verarbeitet sind, die die Frankfurter Schüler Seismografen gleich gegeben haben in der Perspektive derjenigen, die 2030 mit ihren Familien in dieser Metropolregion leben wollen. Die nächsten Diskussionsforen sind in Planung.

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