Für Petra Roth erschließen sich an diesem späten Vormittag in dem prächtigen Sitzungssaal des Magistrats für einen Augenblick andere Dimensionen: Bei Albert Speer, sagt sie, "geht es auch darum, wie man eine Stadt 2030 baut". Und so etwas, daran lässt das Stadtoberhaupt überhaupt keinen Zweifel, ist alles andere als eine Kleinigkeit. Albert Speer, der Frankfurter Stadtplaner, der für Kairo neue Quartiere in Szene setzt und für Shanghai große Häuser baut.
Dieser Albert Speer selbst ist zwar an diesem Vormittag gar nicht anwesend, aber er wirkt omnipräsent. Denn was wäre wohl das Projekt "Modernisierung des Heinrich-Lübke-Siedlung" ohne die Vorarbeit, die Speer und seine Kollegen in seinem in der Hedderichstraße angesiedelten Büro geleistet haben: "Frankfurt für alle", überschrieben sie ihre Überlegungen für "Frankfurt 2030", die sie im Februar der städtischen Öffentlichkeit vorstellten.
Frankfurt für alle hat der Stadtplaner Albert Speer seinen Leitfaden überschrieben, den er Stadtoberhaupt Petra Roth im Februar für die Gestaltung der Bürgerstadt an die Hand geben hat.
Die Studie bietet für das künftige Wohnen, die Zukunft der Universität, die Perspektiven der Verkehrspolitik und die Schaffung einer Green City viele Anregungen, um die Stadt im Wettbewerb der Metropolen zu positionieren.
An den Handlungsperspektiven für die internationale Bürgerstadt, wie die Studie Speers im Untertitel benannt ist, wirkten auch die Bildungsexperten der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Klaus Ring und Roland Kaehlbrandt, mit.
Eine Studie, die man als Skizze der "Handlungsperspektiven für die internationale Bürgerstadt Frankfurt am Main" lesen soll. In einer Kurzfassung, die Speers Überlegungen auf 50 Seiten bündelt, und in einer ausführlichen Fassung, die Zeit verlangt, aber Aussichten eröffnet. Es geht um Fragen: Wie wollen die Frankfurter leben - in einer Stadt, die sich als europäische Drehscheibe behaupten kann, die ihren Bürgern etwas bieten muss und die sich um ihre Kindern bemühen soll. Also erkunden die Autoren der Studie Möglichkeiten künftigen Wohnens und untersuchen gleichzeitig die Möglichkeit, Wohnungen im Bestand zu sanieren. Für diese Potenziale nehmen sich die Stadtplaner die Heinrich-Lübke-Siedlung vor, um für einen Umbau im Bestand zu werben.
Eine Sammlung von Ideen zu Wohnen, Sport und Freizeit
Dieses Projekt geht die Stadt jetzt an. Es ist die erste weitreichende Idee aus dem Fundus der Speerschen Stadtplaner, den Petra Roth als eine Ressource versteht: eine Sammlung von Ideen zum künftigen Wohnen, zu Sport und Freizeit, über verdichtete Gebiete der Stadt und den Standort der Universität. Damit lässt sich über die Zukunft der Mainmetropole reden.
Einer Zukunft in der Konkurrenz der Metropolen, über die sich auch die Wirtschaftsinitiative Frankfurt / Rhein-Main Gedanken macht. Während ihre Themenwelt genannte Ideensammlung zur Positionierung der Region im internationalen Wettbewerb auf Projekte wie das House of Mobility abstellt, die weit über die Stadt hinausweisen, empfiehlt sich Speer mit Vorhaben, die städtebaulich bedeutsam werden könnten und den Menschen nicht abstrakt bleiben dürften. Für Petra Roth zumindest fängt Frankfurt 2030 gerade in Praunheim an. ing

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