Für die energieeffiziente Sanierung der Heinrich-Lübke-Siedlung in Praunheim gehen die Detailplanungen jetzt in die finale Phase. Für Anfang Februar will die ABG Holding, die Wohnungseigentümerin, nach Angaben ihres Geschäftsführers Frank Junker die Anwohner zu einer Planungswerkstatt einladen. Nach einer ersten Versammlung der Mieter aus der 70er-Jahre-Siedlung entlang der Ludwig-Landmann-Straße hatten sich etwa 40 Anwohner bei Junker für ein solches Forum der Partizipation angemeldet. "Eine große Zahl", betonte der Manager am Montag im Gespräch mit der FR, bei anderen Vorhaben dieser Art und früheren Umbauten habe es nicht so viele Interessierte gegeben.
Anfang Dezember hatte Junker gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Petra Roth das Ergebnis eines städtebaulichen Wettbewerbs präsentiert. Mit der Lübke-Siedlung will die ABG Junker zufolge "ein auch auf andere Frankfurter Siedlungen übertragbares Modell schaffen". Geplant sei ausdrücklich kein Umbau, eher "ein minimal-invasiver Eingriff", um den Mietern hellere und energieeffizientere Wohnungen zu bieten. Die Mieter hatten bei der Versammlung deutlich gemacht, die geplante Sanierung skeptisch zu sehen, ihr gleichzeitig aber nicht im Weg stehen zu wollen, da die aktuelle Situation auch wegen der seit geraumer Zeit fehlenden Einkaufsmöglichkeit als kritisch gesehen werde.
Den Wettbewerb konnten die Frankfurter Büros von Jo Franzke und Albert Speer für sich entscheiden. Bei einem Treffen mit den Architekten in dieser Woche gehe man nun "an den Feinschliff", berichtete Junker. Während Franzke für das künftige Entree der Siedlung sorgen soll und ein neues mehrgeschossigen Wohnhaus wie einen Supermarkt errichten kann, machen sich die Architekten Speers an die Sanierung des Bestands.
"Die müssen jetzt tiefer einsteigen", sagte Junker. Schließlich gebe es mittlerweile auch die Ergebnisse der Bauphysiker des Fraunhofer Instituts, die die Substanz der Siedlung im Zusammenhang mit ihrer Materialität untersucht hatten. Im Grundsatz bleibe es bei den Planungen, Änderungen gebe es allein für den Bereich des künftigen Einkaufszentrums und für den neuen Zugang zu der Siedlung von der Ludwig-Landmann-Straße aus.
Für die Planungswerkstatt mit den Anwohnern verpflichtete die ABG Holding inzwischen Jens Dangschat. Er ist Professor für Siedlungssoziologie in Wien und erfahren mit Beteiligungsprozessen, in denen betroffene Bürger ihre eigenen Vorstellungen entfalten sollen.

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