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08. April 2014

Frankfurt Homosexuelle: Durchbruch für Schwule und Lesben

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Schwule und Lesben willkommen. Das zeigt zwar keine Fahne, aber ein spezielles Zertifikat, das jetzt zwei Pflegeheime erhalten haben.  Foto: dpa

Zwei Pflegeheime des Frankfurter Verbandes erhalten den Regenbogenschlüssel. Das Zertifikat besagt, dass sie für ältere lesbische Frauen, schwule Männer, bisexuelle Transgender und Transsexuelle eine gute Pflege bieten.

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Mit dem Regenbogenschlüssel möchte der Chef des Frankfurter Verbandes, Frédéric Lauscher, ein Zeichen setzen: Zwei seiner sieben Alten- und Pflegeheime haben einen langwierigen Prozess der Zertifizierung durchlaufen. Am Montag wurde der Schlüssel im Sozial- und Rehazentrum West überreicht: Damit bescheinigt eine niederländische Firma dem Zentrum und einer weiteren Einrichtung des Verbandes in Eckenheim, dass sie für ältere lesbische Frauen, schwule Männer, bisexuelle Transgender und Transsexuelle eine gute Pflege bieten.

Für Hans-Peter Hoogen und Elke Kreß, beide schon lange in der schwul-lesbischen Bewegung engagiert, ist das „ein Durchbruch“. In den beiden Heimen soll Toleranz und gegenseitige Akzeptanz gelebt werden. Alle Mitarbeiter, von der Reinigungskraft bis zum Altenpfleger wurden nach Angaben von Lauscher geschult, um jene Sensibilität zu entwickeln, die notwendig ist, um auch eine versteckte Homosexualität zu erkennen und einfühlsam reagieren zu können.

In den Altenheimen ist Homosexualität im Alltag nicht präsent. „Homosexualität gibt es bei uns nicht“, zitiert Lauscher die übliche Antwort. Das liegt daran, dass viele ältere Homosexuelle aus Angst vor Diskriminierung ihre Identität nicht preisgeben. Viele haben es ein Leben lang vermieden, sich zu outen. Deshalb, so Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), habe man die Idee ein eigenes Pflegeheim für Schwule und Lesben einzurichten, fallenlassen.

Birkenfeld erinnerte daran, dass Homosexualität lange strafbar war und noch immer jede zweite lesbische Frau und jeder zweite schwule Mann Diskriminierungserfahrungen gemacht habe. Die Selbstmordrate von jugendlichen Lesben und Schwulen sei fast siebenmal so hoch wie die von heterosexuellen Jugendlichen.

Sieben bis zehn Prozent der Bevölkerung sind schwul oder lesbisch, sagte Lauscher. Er gehe davon aus, dass es auch in den Heimen einen diesem Prozentsatz entsprechenden Anteil gibt. Es handele sich um die „größte Minderheit“ – derzeit noch vor den alt gewordenen Migrantinnen und Migranten.

Georg Linde von der „Gruppe 40 plus“, die gegründet wurde, als viele Homosexuelle noch an Aids starben, betonte, es gehe auch um Kleinigkeiten, etwa, dass man das Bild des Lebenspartners aufstellen könne ohne ihn als Halbbruder deklarieren zu müssen. Die Gruppe hatte 2006 die Idee, eine telefonische Beratung für ältere Homosexuelle aufzubauen, und arbeitet seitdem mit dem Frankfurter Verband zusammen.

Der Verband hat mit seiner Zertifizierung bundesweit eine Vorreiterrolle übernommen. In den Niederlanden gibt es dagegen eine Vielzahl von Heimen, in denen Schwule und Lesben ausdrücklich willkommen sind.

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