Bankfurt, Junkfurt, Gestankfurt - vor allem an negativen Attributen war Frankfurt reich in den 70er Jahren. Die Stadt galt als unregierbar und nach dem Tod ihres Oberbürgermeisters Walter Möller 1971 war man sich landauf, landab sicher, dass Frankfurt "seine Bürgermeister umbringt", wie Die Welt im April 1972 konstatierte.
Aufgerissene Bürgersteige, gesperrte Straßen, Verkehrschaos morgens und abends durch den U-Bahn-Bau - tatsächlich trug das Leben Anzeichen eines Überlebenskampfes. Und nachdem die Woche über jede Menge zu tun war, um verrammelte Westend-Villen zu besetzen und vor der Abrissbirne der Bürohaus-Spekulanten zu retten, wurde der Kampf regelmäßig samstags bei Demonstrationen rund um die Hauptwache ausgetragen. "Diese Stadt haben wir satt - wie sie ist, ist sie Mist!"
Für das amerikanische Blatt Publishers Weekly stand im Herbst 1975 "das liebe schmutzige Frankfurt" für vieles in der Bundesrepublik des Wirtschaftswunders: für Jusos und Kapitalisten, für gewalttätige Demonstranten und knüppelnde Polizei, für sterbende Urbanität und wachsende Bankpaläste, für Spesenritter und Kriminalität.

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