Der Vorfall wird die Diskussion über die Sicherheit in den U-Bahnen wieder anheizen: Zwei Jugendliche haben am Mittwochnachmittag auf eine Gruppe Kontrolleure eingeschlagen. Eines der Opfer erlitt einen Jochbeinbruch. Tatort war die U2, jene Linie, die in den Norden der Stadt fährt. In die Stadtteile, in denen sich viele Bürger seit Monaten von Jugendgangs terrorisiert fühlen.
Wie die Polizei am Donnerstag bekannt gab, hatten fünf Kontrolleure gegen 16.30 Uhr die Tickets der Fahrgäste kontrolliert. Sie trafen auf fünf Jugendliche, die keine Fahrscheine dabei hatten und sich weigerten, ihre Personalien zu nennen. Die Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) riefen deshalb die Polizei.
Verdächtige flüchten
Bevor die Beamten da waren, hatte die Bahn die Station Lindenbaum erreicht. Die Jugendlichen, so die Schilderung der Polizei, wollten aussteigen. Die VGF-Mitarbeiter versperrten ihnen den Weg. Es gab ein Handgemenge, "das in einer Schlägerei endete", wie Polizeisprecher Alexander Löhr sagt.
Der Verdacht der Ermittler richtet sich gegen zwei männliche Jugendliche: Sie sollen einem 24-jährigen Kontrolleur gegen den Kopf geschlagen haben. Im Krankenhaus wurde der Jochbeinbruch diagnostiziert. Seine 35 Jahre alte Kollegin erlitt bei der Auseinandersetzung Verletzungen am Rücken. Den Jugendlichen gelang es schließlich, die Bahn am Lindenbaum zu verlassen. Die Polizei fahndet nach den Verdächtigen, doch die Personenbeschreibung ist dürftig. Die beiden Jugendlichen, die zugeschlagen haben sollen, dürften zwischen 16 und 18 Jahre alt sein. Sie haben dunkle Haare und trugen bei der Schlägerei dunkle Jacken.
Erste Attacke in diesem Jahr
Laut VGF-Sprecher Bernd Conrads war die Schlägerei der erste Angriff auf Kontrolleure in diesem Jahr. 2009 gab es eine Attacke, 2008 zählte die VGF zwei verletzte Kontrolleure. Trotz der verhältnismäßig geringen Zahlen will Conrads nichts klein reden. "Die Zahl der Angriffe nimmt nicht zu, aber die Brutalität", sagt der VGF-Sprecher. Mit Schubsereien sei es oft nicht getan.
Seit Ende vergangenen Jahres fahren nach 21 Uhr in sämtlichen U-Bahnen Sicherheitsdkräfte mit. Damit reagierten die Stadt und die Verkehrsgesellschaft auf Angriffe, die sich ebenfalls an Stationen im Norden der Stadt ereignet hatten. Im Januar 2008 schlugen Jugendliche aus dem Problemviertel am Bügel an der Haltestelle Heddernheim einen U-Bahnfahrer zusammen. Im Oktober 2009 erwischte es einen Fahrgast an der Station Zeilweg. Er wurde von Mädchen angegriffen.
Ob die abendliche Begleitung durch die Uniformierten bei den Fahrgästen gut ankommt, kann Conrads noch nicht sagen: "Ich gehe aber davon aus." Trotz des Angriffs am Mittwoch sei zunächst nicht geplant, auch tagsüber Leute vom Sicherheitsdienst in die Bahnen zu setzen.

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