Um 1.36 Uhr, das weiß Alex noch, hat er gelesen, dass Michael Jackson nicht mehr lebt. "Ich konnte es erst nicht glauben", erinnert sich der 20-Jährige, "die Nachricht war ein Schock." Alex steht an der Hauptwache inmitten trauernder Fans. Er trägt Freizeitkleidung, andere Fan-Shirts, manche sind im Anzug da. Ein bunter Haufen, eine Hundertschaft Jacko-Anhänger beinahe jeden Alters. "Ich bin hier, weil ich es für angemessen halte", erklärt Alex. "Weil er etwas Besonderes war", fügt Neuntklässlerin Lisa hinzu.
Den Trauermarsch hat der Verein "Bundeszentralrat der Schwarzen in Deutschland (ZRSD)" initiiert und nicht zu knapp beworben. Dutzende Kameras ragen aus der Menge. Passanten sind irritiert, bis sie Schilder wie "A Legend never dies" lesen: "Ach, wegen Michael." Zwei junge Mädchen nutzen die Gelegenheit, sich vor den Kameraleuten zu positionieren. "Unglaublich", schimpft Nicole Santos, "da, sie haben es schon wieder geschafft." Im Gegensatz zu den Beiden ist Santos alt genug, um mit der Musik des King of Pop aufgewachsen zu sein. Eine weiße Rose hat sie für ihn dabei. "Da ist ein genialer Musiker verloren gegangen. Und ein Mensch mit einem großen Herzen."
Zielmarke 1000 Trauernde
ZRSD-Präsident Mario Bembo drückt es so aus: "Er war jemand, der klein war und etwas Großes geschaffen hat." Ein Vorbild, nicht nur für Schwarze, sondern für alle. So ganz zufrieden ist Bembo mit seinem Trauermarsch noch nicht. Er wollte mindestens 1000 Teilnehmer. "Die kommen noch", verspricht er. Ohnehin sei das Ganze erst der Auftakt: Die ganze Woche lang will der Verein von 18 bis 2 Uhr Mahnwachen abhalten, es soll noch T-Shirts geben, für Samstag plant Bembo ein großes Konzert.
Bedarf nach öffentlichem Trauern war offensichtlich da. "Bei uns gab es so etwas nicht", sagen Fabiola und Selda aus Darmstadt. "Also sind wir hier: Um Michael Jackson zu ehren."

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