Verkehrsplaner wollen die geplante ICE-Neubautrasse Frankfurt-Mannheim in möglichst großem Abstand an der Autobahn A5 entlang geführt sehen, damit diese in Zukunft eventuell noch zehnspurig ausgebaut werden kann. Umweltschützer hingegen wollen sie möglichst nahe dran haben, um den Eingriff in die Natur gering zu halten.
Diese beiden konträren Stellungnahmen des Amts für Straßen- und Verkehrswesen Darmstadt sowie des Bunds für Umwelt- und Naturschutz (BUND) waren nur zwei von insgesamt 70, die Behörden und Träger öffentlicher Belange am Dienstag in Mörfelden bei einem Erörterungstermin des Regierungspräsidiums Darmstadt vorbrachten. Über die 35 Einwendungen betroffener Bürger wird am heutigen Mittwoch debattiert.
Die seit 1993 geplante, 85 Kilometer lange ICE-Neubaustrecke Rhein/Main-Rhein/Neckar soll Frankfurt und Mannheim verbinden. Sie soll entlang der A5 führen. Der Beginn der Bauarbeiten ist für 2011 geplant.
Die Trasse soll die Lücke zwischen den Strecken Köln-Frankfurt und Mannheim-Stuttgart schließen und ist Teil des transeuropäischen Netzes.
Am Dienstag ging es zunächst einmal nur um den ersten, den 13 Kilometer langen Teilabschnitt vom Bahnhof Frankfurt-Stadion bis zu den Gemarkungsgrenzen der beiden Landkreise Groß-Gerau und Darmstadt-Dieburg. Die südlicheren Planungsabschnitte, vor allem um Darmstadt, an der Bergstraße und um Mannheim, bergen mehr Zündstoff. Dort ist der genaue Trassenverlauf teils noch offen, und es haben sich aus Protest Bürgerinitiativen gebildet.
Zu viel Eingriff in die Natur
Doch auch der nördliche Abschnitt ist nicht konfliktfrei, verläuft er doch ebenfalls mitten durch Ballungsraum. Nach Ansicht von Projektleiter Paul Gerhard von der Deutschen Bahn gibt es sehr viele "Zwangspunkte", die den Korridor sehr eng machen. BUND und Naturschutzbund (Nabu) stimmen zwar "im Grundsatz der Notwendigkeit einer Neubaustrecke" zu.
Nach Ansicht der beiden Verbände reichen jedoch die bisher geplanten Schutzmaßnahmen "im Umfeld der größtenteils durch Waldgebiet führenden Trasse" nicht aus. Die Verbände sehen im Planfestellungsverfahren immer noch zu viele Eingriffe in die Natur und die Landschaft sowie zu wenig Kollisionsschutz für in der Region lebende Tierarten wie Vögel und Fledermäuse.

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