Der illegale Waffenhandel könnte ein Thema werden. Glaubt zumindest Niclas Huck. "Damit gibt es in Sri Lanka große Probleme, es gibt da einfach immer noch zu viele Waffen", sagt der 20-Jährige aus Baden-Baden, der im dritten Semester an der Frankfurt School of Finance and Management studiert. Mit den Problemen in Sri Lanka wird sich der angehende Wirtschaftsexperte in den kommenden Monaten noch intensiver befassen müssen. Denn Anfang April tritt Huck als Repräsentant des Inselstaats im Indischen Ozean auf - beim Planspiel der UN in New York.
An der Goethe-Universität ist die Teilnahme an NMUN, wie das Spiel in Fachkreisen heißt, bereits Tradition. Im kommenden Jahr wird auch die private Frankfurt School im Ostend ein Team schicken. Die Initiative, der das Land Sri Lanka von den Organisatoren des Planspiels zugeteilt wurde, besteht aus zehn Studentinnen und Studenten. Angeführt wird sie von Huck und seinem Kommilitonen Sebastian Dengler, der den Studiengang Management, Philosophie und Wirtschaft im fünften Semester belegt.
In jedem UN-Ausschuss, den es auch in Wirklichkeit gibt, wird mindestens ein Delegierter aus dem Frankfurter Team vertreten sein. Er selbst sitzt bei dem Planspiel in der internationalen Aufsichtsbehörde für die Nutzung von Atomenergie. Getagt wird in einem Hotel mitten in Manhattan, in dem die Studenten aus aller Welt auch wohnen. Schließlich sollen sie im Ernstfall schnell zusammenkommen können.
Das Reisegeld fehlt noch
Die UN-Sprache hat Niclas Huck schon drauf. Sagt er "Wir", meint er in der Regel die internationale Staatengemeinschaft. Etwa in Sätzen wie: "Wir werden vermutlich Probleme mit dem Iran bekommen." Oder: "Wir müssen die Nutzung der Atomenergie für den militärischen Gebrauch unterbinden." Mit Sri Lanka müssten sich seine Mitstreiter und er zwischen den Jahren hingegen erst einmal intensiv beschäftigen. Bislang fand das Team kaum Zeit, die Position ihres Landes festzulegen. Denn gerade Studenten wie Niclas Huck, die parallel zu ihrem BWL-Studium eine Ausbildung zum Bankkaufmann machen, haben für Nebentätigkeiten kaum Zeit. "Zur Not muss es in der Vorbereitung auch mal mit weniger Schlaf gehen", sagt er.
Zumal die Studenten zunächst noch ein ganz anderes Problem lösen müssen. Es gilt Sponsoren zu finden, die sich an den insgesamt rund 11.000 Euro Reisekosten beteiligen.
Derweil schickt der Präsident der Frankfurt School, Udo Steffens, die Teammitglieder mit den besten Wünschen nach New York: "Sie werden harte Verhandlungen führen und neue Freunde aus der ganzen Welt finden."

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