Rhein-Main und Hessen
Hessische Landespolitik und Berichte aus dem Rhein-Main-Gebiet.

29. Juni 2010

Frankfurter Dom: Aufstieg zum besten Blick

 Von Matthias Arning
Jetzt darf die Aussicht vom Domturm wieder genossen werden. Foto: Alex Kraus

Von August an öffnet der Domturm nach 13 Jahren wieder für Besucher. Der Aufstieg lohnt: Denn oben erschließt sich ein wunderbarer Blick über die Stadt. Von Matthias Arning

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Domturm

Zwischen 1415 und 1514 ist der Domturm, der weithin sichtbare Teil des prächtigen Gotteshaus in der Innenstadt, errichtet worden.

Nach Steinschlägen machten die Verantwortlichen das Bauwerk 1997 zu. Von August an können maximal 50 Besucher auf einmal wieder die Stufen in eine Höhe von 66 Metern hochklettern.

Geöffnet ist der Domturm dann jeweils vom 1. April bis zum 1. Oktober in den Zeiten zwischen 8.30 und 13.30 Uhr sowie zwischen 14.30 Uhr und 18 Uhr.

Als Eintritt zu einem prächtigen Panorama der Stadt Frankfurt zahlen Erwachsene drei Euro, Kinder 1,50 Euro. Die Familienkarte ist für fünf Euro zu haben. (ing )

Ein Päuschen kann man in vierzig Meter Höhe machen. Dann hat man etwa zwei Drittel der Strecke hinter sich. Muss man aber nicht. Wer das richtige Drehmoment im Aufgang des Turms gefunden hat, macht besser weiter. Noch einmal 26 Meter, etwas weniger als 200 Stufen. Die Mühe lohnt: Rund um den Turm des Doms erschließt sich die gesamte Stadt und plötzlich kriegt man ein Gefühl dafür, wie nahe doch der prächtige Hauptbahnhof zur Innenstadt liegt.

Ein Panorama der Stadt, das sich über dreizehn Jahre hinweg nicht erschließen ließ. Weil der Turm aus Sicherheitsgründen geschlossen blieb. Wegen Steinschlags hatte man das alte Bauwerk aus Sandstein als weithin sichtbaren Ausweis des Kaiserdoms dicht gemacht. Mit dem allmählichen Entblättern der Fassaden-Umhüllung entstand im vorigen Jahr die Aussicht, dass die Sanierungsarbeiten bald abgeschlossen sein würden. Zwischenzeitlich kam die Rede auf, Dombaumeister Robert Sommer müsse auch eine Toilette in dem Turm vorsehen. Das aber, berichtet der Meister am Dienstag bei einer ersten Begehung mit Kirchendezernent Uwe Becker, sei dann doch recht bald wieder vom Tisch gewesen, weil der Aufwand unverhältnismäßig gewesen wäre. Schon jetzt habe man reichlich Auflagen erfüllt und beispielsweise im gesamten Turm eine neue Beleuchtungsanlage installiert. Für den Brandschutz seien separate Zugänge geschaffen worden. Ingesamt beanspruchte die Sanierung 180000 Euro. Und ein erster Eindruck vermittelt: Es ist gut geworden. Jetzt gehe es um letzte Details, sagt Sommer, dann öffne sich der Turm im August wieder der Öffentlichkeit.

Entstanden ist das Bauwerk zwischen 1415 und 1514. Also beginnt der Aufstieg im späten Mittelalter, erklärt Dombaumeister Sommer. Allein der obere Teil sei ein Produkt der Neuzeit: Nach dem Brand 1867 wurde diese Passage in den Jahren zwischen 1869 und 1877 wiederaufgebaut. Für die vor neun Jahren angegangene Sanierung teilte man den Turm in drei Teilabschnitte. Doch selbst wenn diese Arbeiten nun nahezu abgeschlossen seien, heiße das mitnichten, dass das Bauen am Dom fertig sei.

Alles andere als das, hebt Baumeister Sommer hervor. Der Bau eines Doms komme niemals zum Abschluss. Als nächstes gehen die Handwerker Reparaturen des Daches an.

Was auch bedeutet: Wer als Fotograf den ungetrübten Blick vom Dom aus wie auch auf den Dom selbst genießen will, muss sich eilen, denn nur ein einziges Jahr zeige sich das Gotteshaus von jetzt an "in dieser Pracht", gibt Stadtrat Becker zu bedenken. Das Küsterhäuschen direkt am Zugang zum Turm inklusive: Dort werden von August an die Karten verkauft, mit denen man sich an den Aufstieg zum besten Blick der Stadt wagen kann.

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