Da geht es um mehr als um Speisen und Getränke. Es ist die "Liebe zu Frankfurt", die sie antreibt, das tiefe Bedürfnis, der viel zu lange darbenden Gastronomie auf der Zeil "nach oben" und damit der berühmten Einkaufsmeile zu mehr Glanz zu verhelfen. Sagen die Gastronomen-Paare Mo Rahimi und Sadi Sanlav sowie Micky Rosen und Alex Urseanu. Diese vier "Frankfurter Jungs", so die Eigenbeschreibung, hier aufgewachsen und tief verwurzelt sowie schon jeweils seit der Kindheit Kumpels, haben die beiden großen neuen Zeil-Pavillons gepachtet. Am Donnerstag präsentierten sie Räume und Konzept.
"Werden die Stühle gepolstert sein?", will da jemand wissen. Das Duo Rahimi/Sanlav, bekannt als Betreiber von "Harvey´s" und des "Oma Rink"-Nachfolgers "Sterntaler", ist auf alle Details vorbereitet. Sie haben den ersten Pavillon, Höhe MyZeil. Der ist fertig bis auf die Möblierung. "Typisch Frankfurterisch" heißt das Motto. Dafür sind die beiden "ins Archiv" gestiegen und auf die Geschichte der Gaststätte "Weidenhof" gestoßen, eines der vornehmsten Gasthäuser der damaligen Zeil. Die wurde von Cornelia Schelhorn geführt. Sie heiratete 1700 den Goethe-Großvater Friedrich Georg. Und so verwebe sich Gastronomie und Kultur. "Weidenhof" wird also der erste neue Pavillon heißen.
Umgestaltung: Teil des Umbau- und Neugestaltungskonzeptes für die Zeil sind drei neue Gastronomie-Pavillons. Sie ersetzen die bisherigen vier, deren mangelnde Ästhetik oft beklagt worden war. Kritik gab es ebenso am Angebot.
Kosten: Die FAAG, Tochter der ABG Frankfurt Holding, ist Eigentümerin der drei Pavillons. Zwei große Höhe MyZeil und Höhe Woolworth, ein dritter, kleinerer beim Brockhausbrunnen. "Hochwertige Materialien" sind laut ABG-Chef Frank Junker verbaut worden. Das hat insgesamt 4,8 Millionen Euro gekostet.
Öffnungszeiten: Die beiden großen Pavillons, die im Oktober sowie Frühjahr 2010 eröffnet werden, sollen "min-destens" bis 22 Uhr geöffnet sein. Für die Kaffeebar wird eine Öffnungszeit bis 2 oder 3 Uhr morgens gewünscht.
In "sechs bis acht Wochen" wird eröffnet. Geboten werden auf 80 Plätzen innen und etwa 50 auf der Außenterrasse "Frankfurter und deutsche Klassiker", von Würstchen bis Braten, aber "hochwertig". So hochwertig wie die klassisch-elegant gestalteten, verglasten Pavillons des Architekten Ferdinand Heide mit Räucher-Eiche im Parkettboden. Massivholz und Leder sollen das Interieur bestimmen. Das Preisniveau werde "mittel" sein. Den zweiten großen Pavillon, Höhe Woolworth, werden Urseanu/Rosen mit Kollegen unter dem Motto "international" betreiben. Die beiden sind durch eine Reihe von Hotel- ("Bristol") und Gastrobetrieben ("Gerbermühle") bekannt. An ihrem Pavillons wird noch gebaut. "Spätestens im Frühjahr 2010" ist Eröffnung.
Eigentümerin der Pavillons ist die FAAG, Tochter des städtischen Wohnungskonzern ABG Frankfurt Holding. Auch die Gemeinschaft der Zeil-Anlieger suchte die Pächter mit aus. Noch nicht gefunden ist einer für den dritten am Brockhausbrunnen - es wird ein Café mit Bar. Die Zeilanlieger, vertreten durch Jan Dustmann und Oliver Grosse, gehen davon aus, dass nun die "modernste und attraktivste Gastronomie Deutschlands" auf der Zeil einzieht.

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