Einmal im Monat - immer am ersten Sonntag - kommen sie im Internationalen Familienzentrum im Ostend zusammen. Mal sind es viele, mal wenige Palästinenser, die der Einladung der Palästinensischen Gemeinde in Hessen folgen. Gegründet wurde der Verein 1998 - "in dem Jahr, in dem der damalige hessische Ministerpräsident Hans Eichel (SPD) das palästinensische Autonomiegebiet Gaza besuchte", erinnert sich Maurice Estephan.
Offiziell hat der Verein rund 80 Mitglieder, aktiv sind nach Schätzung von Estephan etwa die Hälfte. Die Treffen im Ostend nutzen sie für Gespräche über die politische Lage in Palästina oder für Planungen von Hilfsaktionen in Palästina.
Mal geht es um Spenden für Krankenhausbetten, mal um Medikamente. Auch kreisen die Gespräche über die Probleme der Gemeinde, etwa die Sprachdefizite des Nachwuchs. "Die Kinder lernen arabisch nur zuhause, ihre Sprache wird in kaum einer Schule unterrichtet", sagt Estephan.
Die Idee für die Vereinsgründung stammt von ihm - dem Mann, der vor knapp 40 Jahren als Student nach Deutschland kam. Eigentlich wollte Maurice Estephan nach dem Studium "so schnell wie möglich zurück" , doch er blieb.
Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre kamen viele Palästinenser nach Frankfurt - zum Studieren. Damals wurde Estephan zum Vorsitzenden der Palästinensischen Studentengemeinde. Inzwischen ist er 57 Jahre alt und Geschäftsmann.
Der Inhaber eines Reisebüros ist Regionalvertreter der Palestinian Airlines und gehört zu den christlichen Palästinensern. "Das verrät ja auch schon mein Vorname", erklärt Maurice Estephan. Wie viele Palästinenser in Frankfurt leben, ist nicht so einfach zu klären. Wie ein Sprecher der Generaldelegation Palästinas in Deutschland erklärt, deckt sich die ethnische Zugehörigkeit nicht mit der Staatsangehörigkeit. So lebten in Deutschland Palästinenser aus Jordanien, Syrien, Libanon und Israel.
Spannungen spürbar
Frankfurt ist nicht gerade die Hochburg der auf 120 000 geschätzten Palästinenser in Deutschland. Hier leben schätzungsweise 600 Palästinenser. Doch Palästinenser ist nicht gleich Palästinenser. Der Konflikt in der Heimat spaltet die Menschen auch hier. Die Spannungen zwischen "Pro- und Contra-Gruppen", also zwischen Palästinensern, die Fatah- oder Hamas-Anhänger sind, sei auch hier spürbar.
Einmal im Monat trifft sich in Frankfurt eine weitere Gruppe, die sich für den Frieden im Nahost einsetzt: der Palästina-Israel-Kreis. Seit seiner Gründung vor mehr als 20 Jahren organisiert die Gruppe aus etwa 30 Personen - Deutsche und Palästinenser, Christen, Juden und Muslime - regelmäßig Mahnwachen und Informationsveranstaltungen.
Die Seele der Gruppe ist zweifelsohne Ruth Asfour. Die 77-Jährige ist von Anbeginn dabei und ist Mitorganisatorin des Treffens am Sonntag, 14. Dezember.

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