Sonnenstrahlen dringen ins Wohnzimmer und betonen die Schlieren auf den Fensterscheiben. Auch der millimeterdicke Staub auf den Möbeln sticht plötzlich stark ins Auge. Der schöne Frühling zeigt seine Schattenseite namens Frühjahrsputz, und so schlägt der scheinbar instinktive Ordnungszwang Alarm.
Haushaltscoach Iby Lippold warnt vor Panik. Die gebürtige Rumänin ist selbsternannte Beraterin für Haushaltsorganisation und hat sich in ihrer Zeit als Mutter und Hausfrau viel Wissen angelesen, das sie gerne weitergibt. Außerdem will sie motivieren: "Ordnung darf nicht an erster Stelle stehen. Sie hilft uns nur, entspannter zu leben."
Mülleimer in jedem Raum erleichtern es, Ordnung zu halten.
Fensterputzen nicht bei Sonnenschein. Das Putzmittel trocknet schneller und hinterlässt Spuren.
Essig-Wasser ist ein Allesreiniger, vor allem bei verkalkten Haushaltsgeräten.
Backpulver kann als umweltfreundlicher Abflussreiniger verwendet werden.
Die Ledercouch mit Bodymilch einreiben - reinigt, pflegt, riecht gut.prmk
Lippold ist kein Fan von Frühjahrsputz: "Man kann nicht in drei Tagen das nachholen, was man in einem Jahr verpasst hat." Die Ordnungsexpertin empfiehlt, sich lieber jedes Zimmer einmal im Monat vorzunehmen. Dafür gibt sie Tipps, wie jeder Stück für Stück ans Ziel kommt. Wichtig sei, so die Expertin, den Fokus immer nur auf einen Raum zu legen. So sollte man sich zu Beginn alle wichtigen Putz-Utensilien ins Zimmer holen und die Wäschekorb-Methode anwenden: "Dabei stellt man einen Korb vor die Tür, wo man alles hineinräumt, was im Zimmer nicht am richtigen Platz liegt."
Ziel ist, das Zimmer nicht mehr verlassen zu müssen. "Laufen wir ständig in der Wohnung herum, werden wir abgelenkt und fangen an, auch woanders aufzuräumen", erklärt Lippold. Aufgeräumt falle das Putzen gleich viel leichter.
Lippold empfiehlt, sich von oben nach unten, von hinten nach vorne durchzuarbeiten. Zudem verkomplizierten viele verschiedene Putzmittel die Sache nur unnötig: "Ein Scheuermittel, Glasreiniger und ein Wassereimer mit Essig reichen völlig aus." Ist alles sauber, können die Dinge aus dem Korb Stück für Stück sortiert werden. Nach der gleichen Methode räumt Lippold auch Schubladen auf: "Alles auf einen Haufen und dann neu einordnen."
Eine unbeliebte Aufgabe zum Frühjahrsputz ist ebenso das Ausmisten der Schränke. "Das sollte man sich nicht nur einmal im Jahr vornehmen", sagt die Expertin: "Jederzeit und sofort, wenn ein Kleidungsstück nicht mehr gefällt, sollte man sich davon trennen." Wem das schwer fällt, dem empfiehlt Lippold, sich Unterstützung vom Partner oder einer Freundin zu holen: "Sie können gezielt mit Fragen helfen wie: Sei mal ehrlich, das Kleid habe ich noch nie an dir gesehen." Die ausgemisteten Sachen sollten anschließend sofort in einem Kleidercontainer entsorgt werden.
Allerlei Schnickschnack sammelt sich im Haushalt an. Die Expertin rät, vor allem bei Kindern ohne Rückfrage auszumisten: "Das fällt oft gar nicht auf." Lippold gibt unter dem Motto "Ordnung ist möglich" viele Tipps und Tricks für private Haushalte aber auch Geschäftsleute. In ihrem früheren Beruf als Steuerfachgehilfin hat sie viel Erfahrung mit Ordnung am Arbeitsplatz gesammelt.
Die Expertin findet, dass sich die Deutschen zu viele Gedanken um Ordnung machen. "Manche, die mich kontaktieren, schämen sich dafür." Dabei sei Ordnung nur Nebensache. "Manche laden keine Gäste mehr ein, und andere kochen nicht mehr selbst, weil sie Angst vor Unordnung haben", berichtet Lippold. "Man darf sich davon nicht einschränken lassen."

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