Mein Verhältnis zum Alkohol? Ich bin ein Genussmensch. Das heißt, ich trinke gerne. Wein, auch Bier. Dazu gehört für mich dann aber die richtige Stimmung und die richtige Umgebung. Ein kaltes, frisches Bier, ein Glas sauergespritzter Apfelwein oder ein Radler an einem warmen Sommerabend, das ist prima und ein gutes Glas Wein in einer netten Runde mit Bekannten ebenso.
Wenn ich jetzt überlege, wann ich das letzte Mal "einen über den Durst getrunken habe", muss ich eine ganze Weile zurückdenken. Ich kann Wein und Bier nur solange genießen, wie für mich der Geschmack und der Genuss im Vordergrund stehen. Wenn ich den Alkohol zu spüren beginne, höre ich automatisch auf. Da gibt es einfach eine Schranke für mich.
Keine Lust auf Kater
In Studentenzeiten habe ich auch schon mal mehr getrunken. Aber auch da war Alkohol für mich etwas, das seinen Platz beim Feiern mit anderen hatte. Ehrlich gesagt, waren die Ansätze katerhafter Nachwirkung alkoholreicher Abende auch so unangenehm, dass ich schon alleine deswegen keine Lust hatte, mich zu betrinken.
Und genau das ist ja der Punkt, der mir heute zunehmend Sorge bereitet, wenn es um das Thema Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen geht. Es ist für mich nicht hinnehmbar, dass es offenbar eine wachsende Zahl Jugendlicher gibt, bei denen exzessiver Alkoholgenuss zum festen Bestandteil ihrer Freizeit gehört. Das wirklich Dramatische an der Sache ist, dass die Betroffenen immer jünger werden.
Das ist für mich etwas, das ich bei der Rückschau auf meine Jugendzeit so nicht kenne. An dieser Stelle sind wir auch alle gefragt: Eltern, Politiker, Jugendarbeit. Auch die Inhaber von Geschäften, die Alkohol verkaufen. Wir brauchen hier einen Konsens darüber, dass Jugendschutz eine Aufgabe ist, die alle angeht und bei der alle ihren jeweiligen Part übernehmen müssen. Um konkret zu werden: Ich bin froh, dass sich derzeit Bewegung beim Thema Alkohol-Testkäufe abzeichnet. Ich halte diese für ein sinnvolles Element im Rahmen einer umfassenden Prävention und Aufklärung.

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