Die Zahlen klingen alarmierend: Die Borreliose-Fälle haben 2008 in Hessen innerhalb eines Jahres um mehr als 700 zugenommen, meldet die Techniker- Krankenkasse. Damit erkranke einer von 500 Hessen. Daraus lässt sich jedoch nicht schließen, dass die Gefahr größer geworden ist. Nach Beobachtung von Experten ist das Wissen der Ärzte über die Borreliose gewachsen, sie seien sensibilisiert.
Überträger der Borreliose sind Zecken. Die lieben hohe Luftfeuchtigkeit und relative Wärme. In einem regenreichen Sommer wie diesem müsste es demnach besonders viele geben? "Das können wir nicht bestätigen", sagt Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut (RKI). Denn auch der kalte Winter spiele eine Rolle. Ferner sei wichtig, wie hoch die Population der Wirtstiere - Mäuse oder Rotwild - ist. Die Zahl der Zecken werde bundesweit nicht erfasst. Außerdem sei es im Grunde egal, ob es in diesem Jahr viel oder wenige von den achtbeinigen Blutsaugern gibt, sagt Glasmacher. Entscheidend sei allein, ob sie Träger des Borreliose-Bakteriums ist oder des Virus, das die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) überträgt. "Davor sollte man sich schützen."
Je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer das Infektionsrisiko. Bewährt haben sich dafür spitze gebogene Splitterpinzetten oder Zeckenkarten. Das Beträufeln mit Öl, Klebstoff, Nagellack oder Ähnlichem ist falsch.
Danach auf Krankheitsmerkmale achten. Bei der Borreliose kommt es um die Stichstelle oft zur sogenannten Wanderröte auf der Haut. Wichtig ist, bei Sym-ptomen in der Zeckenzeit immer auch an eine durch Zecken übertragene Erkrankung zu denken.
Weitere Informationen beim Borreliose-Bund unter www.borreliose-bund.de, Telefon 01805-006935.
Steigende Impfquote
In Risikogebieten sind bis zu fünf Prozent der Zecken mit FSME infiziert. Während sich deutschlandweit die Zahl der Gebiete erhöht hat, liegt sie in Hessen seit zwei Jahren konstant bei acht. Der Odenwaldkreis gehört dazu - sowie die Landkreise Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Offenbach, Groß-Gerau und Main-Kinzig, außerdem die Stadt Darmstadt und der Osten des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Wie das Gesundheitsministerium in Wiesbaden mitteilt, wurden 2008 in Hessen 13 FSME-Fälle gemeldet, ein Jahr zuvor waren es 14 und davor 51. Ursache könnte die steigende Impfquote sein, die laut RKI in den hessischen Risikogebieten mittlerweile bei 30 Prozent liegt.
Wer sich oft in Wald und Feld aufhält, dem rät das Ministerium deshalb zur Impfung, die sowohl von den Gesundheitsämtern als auch von niedergelassenen Ärzten angeboten wird. Die schützt allerdings nicht vor Borreliose, einer bakterielle Infektion durch Zecken. Dafür gibt es noch keinen Impfstoff. Sie kann auch außerhalb der Risikogebiete von Zecken übertragen werden.
Der deutsche Borreliose-Bund geht von 240 000 Neuinfektionen pro Jahr aus. 20 Prozent der Fälle würden krank. Borreliose kann in der Regel gut mit Antibiotika behandelt werden. Bedingung: Sie wird frühzeitig erkannt.

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick
Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.
Facebook | Twitter überregional | Google+
Wer folgt Petra Roth? Mitte März wählt Frankfurt einen neuen OB. Alles über die Kandidaten im Spezial.