kalaydo.de Anzeigen

Gesenkte Hürden: Mehr Chancen für Volksbegehren

Noch nie hat es in Hessen ein erfolgreiches Volksbegehren gegeben. Das soll sich jetzt ändern. Die Koalition senkt die Hürden: nun genügen weniger Unterstützer-Unterschriften.

Noch nie hat es in Hessen ein erfolgreiches Volksbegehren gegeben. Das soll sich jetzt ändern.
Noch nie hat es in Hessen ein erfolgreiches Volksbegehren gegeben. Das soll sich jetzt ändern.
Foto: dpa

Noch nie in mehr als 60 Jahren hessischer Geschichte hat es ein erfolgreiches Volksbegehren gegeben. Ein Grund: Die Hürden für die Mitbestimmung des Volks liegen in Hessen besonders hoch. Die Koalition von CDU und FDP senkt sie jetzt ein Stück ab.

Im Laufe des nächsten Jahres soll das Gesetz beschlossen werden, das die Innenpolitiker Holger Bellino (CDU) und Wolfgang Greilich (FDP) am Mittwoch im Entwurf vorlegten. Die deutlichste Erleichterung: Damit überhaupt offiziell Unterschriften für ein Volksbegehren gesammelt werden, müssen sich 87506 Unterstützer dafür einsetzen. Das sind zwei Prozent der wahlberechtigten Hessen.

Auflagen

Hessen macht es seinen Bürgern schwer, Volksbegehren auf die Beine zu stellen. Damit es zur Abstimmung gestellt wird, müssen sich 20 Prozent der Wahlberechtigten dafür einsetzen.

Nur im Saarland ist die Hürde genau so hoch. In anderen Bundesländern liegt sie deutlich niedriger, etwa in Hamburg (5 Prozent) oder Nordrhein-Westfalen (8 Prozent).

Auch bei den Fristen ist Hessen strenger als andere. Hier soll es aber künftig Erleichterungen geben. pit

Bisher werden für diesen Schritt drei Prozent benötigt. Das sind 131259 Bürger.

Einen zweiten Schritt geht die Koalition bei der Dauer der Auslegung. Wer sich für ein Volksbegehren stark machen möchte, kann sich künftig in einem Zeitraum von zwei Monaten eintragen. Bisher mussten diese Unterschriften innerhalb von nur zwei Wochen gesammelt werden.

CDU-Politiker Bellino sagte, es gehe darum, „die Mitwirkungsmöglichkeiten des Volkes zu erleichtern“. Sein FDP-Kollege Greilich fügte jedoch hinzu, man wolle das Instrument des Volksbegehrens nicht öffnen für „alles und jedes, was vielleicht nur von einer kleinen Gruppe getragen wird“.

Deswegen bleibt eine besonders hohe Hürde auf der gleichen Höhe liegen. Weiterhin müssen 20 Prozent der Hessen, also mehr als 875000, unterschreiben, damit ein Volksbegehren zustande kommt. Sie müssen dafür aufs Amt gehen. Eine Unterschriftensammlung auf der Straße, die manche Bundesländer erlauben, soll in Hessen weiterhin nicht genügen. Möglich ist in dieser Phase aber auch, dass der Landtag den vom Volk ausgearbeiteten Gesetzentwurf selbst verabschiedet und damit den Volksentscheid überflüssig macht.

Die Opposition in Wiesbaden bewertete den Vorschlag der Koalition als Schritt in die richtige Richtung, der in der Praxis aber nicht ausreichen werde. „Ein echtes Mehr an direkter Demokratie ist damit leider nicht verbunden“, urteilte die SPD-Innenpolitikerin Nancy Faeser. Der Grünen-Rechtspolitiker Andreas Jürgens sagte: „Es reicht eben nicht aus, den Anlauf zu verlängern, wenn die Hürde unüberwindbar bleibt.“ Der Linken-Abgeordnete Hermann Schaus sprach sogar von einem „Verhinderungsinstrument für direkte Demokratie“.

Ähnlich sieht das der Verein Mehr Demokratie, der sich für eine Erleichterung von Volksbegehren engagiert. Vorstandssprecher Ralf-Uwe Beck sagte: „Die Bürger kommen damit keinen Schritt voran.“

Autor:  Pitt von Bebenburg
Datum:  25 | 8 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Twitter im Landtag
 

Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Anzeige

Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Anzeige

Frage des Tages: Sollte man härter gegen Graffiti-Sprayer vorgehen?

Frankfurts Fassaden sind voll von Graffiti. Die Verursacher sind meistens nicht festzustellen. Die Polizei will nun härter gegen Graffiti-Sprayer vorgehen. Was halten Sie davon?

 

OB-Stichwahl in Frankfurt
Wahlergebnis Sehen Sie auch die Ergebnisse nach Stadtteilen als Grafik-Fotostrecke. Außerdem zeigen wir die Top- und Flop-Ergebnisse von Peter Feldmann und Boris Rhein nach Stadtteilen und noch detaillierter nach Wahlbezirken. Alles Weitere im Wahl-Spezial.
Frage des Tages: Welches Thema sollte der neue OB Peter Feldmann zuerst angehen?

Peter Feldmann wird Frankfurts neuer Oberbürgermeister. Welches Thema sollte der Sozialdemokrat in seinem neuen Amt als erstes angehen?

OB-Wahl in Frankfurt
So freuen sich Oberbürgermeister: Petra Roth (CDU) und Peter Feldmann (SPD), letzterer mit der Hand in der Hosentasche, ein Fauxpas.
Machtkampf nach OB-Wahl in Frankfurt 
        

Zählt die Tage bis zum Amtsantritt: Peter Feldmann.
Neuer Oberbürgermeister Frankfurt 
Der neue Oberbürgermeister Peter Feldmann bringt ein neues Team mit.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
Prinz Asfa-Wossen Asserate.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
So freuen sich Oberbürgermeister: Petra Roth (CDU) und Peter Feldmann (SPD), letzterer mit der Hand in der Hosentasche, ein Fauxpas.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
Spezial: Frankfurt Flughafen

Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.


Spezial: Der Flughafen wächst weiter
Manche Menschen freuen sich über den Klang von Glocken, andere fühlen sich gestört. (Symbolbild)
Fluglärm in Frankfurt 
        

Für diejenigen Menschen, die unter dem Fluglärm leiden, ist Frankfurt bei weitem nicht „grün“ genug.
Fluglärm in Frankfurt 
        

Wohnen in der Region: Lärm, aber noch kein Schallschutz.
Schleppende Antragsbearbeitung 
        

Nach Sonnenuntergang sollen auch die Flieger unten bleiben.
Nachtflugverbot 

Anzeige

Spezial

Auch dieses Jahr dürfte beim Schulwechsel der Sturm auf die Gymnasien ungebrochen anhalten. Doch welche Schulen passen eigentlich zu welchen Kindern? Die FR bietet einen Überblick.

Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Jeden Tag gibt's nun eine kurze Glosse zu unglaublichen Geschichten aus dem Frankfurter Alltag zu lesen.

 

Anzeige

 
Frankfurter Stadtteil-Porträts
Fragt man in Frankfurt die Leute, was denn die Hauptwache sei, bekommt man viele Antworten. Die einen haben einen Platz vor Augen, andere verwechseln die Hauptwache mit der Zeil. Wieder andere gehen davon aus, mit der Verabredung sei das Café Hauptwache gemeint. Oder auch die Standuhr dahinter.
Frankfurter Innenstadt 
..die Villa Meister. Das prachtvolle und heute denkmalgeschützte Gebäude hatte Herbert von Meister,der  Sohn von Carl Friedrich Wilhelm Meister, einem der Begründer der Farbwerke Hoechst, im Jahr 1902 erworben.
Frankfurt-Sindlingen 
        

Schon schön: Ein Blick in     die Grillparzerstraße im Dichterviertel.
Frankfurt-Dornbusch 
Auf den fruchtbaren Äckern im Frankfurter Norden wird immer noch Landwirtschaft betrieben. Und manch ein Erzeuger vermarktet seine Produkte immer noch selbst.
Frankfurt-Nieder-Eschbach 
Weblog

Seit vielen, vielen Jahren ist "kit" Eishockey-Berichterstatter. Im Blog berichtet er über die Löwen Frankfurt - "in your face".