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Gesundheit: Rudern gegen den Krebs

Bei einer Regatta auf dem Main zeigen Schwerkranke, wie viel Kraft in ihnen steckt. Viele sind dem Tod von der Schippe gesprungen.

Ein Objektträger mit Magenkrebszellen
Ein Objektträger mit Magenkrebszellen
Foto: dpa

Ein Jahr im Krankenhaus habe er verbracht, berichtet Harry Hunkele aus Karben. Dass er heute bei der ersten Frankfurter Benefiz-Regatta "Rudern gegen Krebs", die von der Stiftung "Leben mit Krebs" veranstaltet wird, dabei sein könne, sei schon etwas Besonderes. Hunkele sitzt in einem von drei Booten, in denen Krebskranke zeigen, wie viel Kraft in ihnen steckt.

"Ich habe damals einen Monat gebraucht, um überhaupt einmal wieder zwei Kilometer gehen zu können", erinnert er sich an die schwerste Zeit seines Lebens. "Ich war damals sehr dankbar, dass ich an der Universitäts-Sportgruppe teilnehmen konnte und mir die Ärzte ein Programm erstellt haben, mit dem ich wieder Kraft aufbauen konnte."

Heute geht Hunkele wieder wandern und rudern, das wollte er ohnehin schon immer. "Das war schon lange so ein Traum von mir und die Krankheit hat mir dazu verholfen."

Nach vorne blickt Harry Hunkele und setzt sich auch für andere ein. Dass er heute nur bei einem Rennen dabei ist und mit den anderen Patienten im Boot "Barracuda" nur einen zweiten Platz belegt, stört ihn da weniger.

"Ich bin dem Tod von der Schippe gesprungen und heute habe ich durch das Rudern sogar weniger Probleme mit der Rückenmuskulatur als früher." Sponsoren gewinnen und anderen helfen - das ist jetzt sein Ziel. Nach dem Wettkampf geht es für ihn gleich weiter im Programm.

Kontakte knüpfen

Klaus Schrott, Sprecher der 2005 gegründeten Stiftung "Leben mit Krebs", weiß, wie wichtig der Sport für viele Krebspatienten ist. "Mittlerweile haben wir sogar einen Vertrag mit der Universitätsklinik, mit dem wir Krebspatienten zweimal in der Woche Sport anbieten können."

Es gehe dabei nicht allein um den Sport selbst, sondern vor allem darum, Kontakte zu knüpfen und aus der Isolation herauszukommen. Es sei nachgewiesen, dass Patienten mit Hilfe solcher Programme sogar länger leben könnten.

Dass nur drei von 35 Booten Patienten an Bord haben, hat mit dem Sportprogramm selbst nichts zu tun. "Die meisten der über 150 Ruderer sind Ärzte oder kommen von einem der Rudervereine", sagt Schrott. Mit dabei ist auch die Professorin Elke Jäger, Chefärztin der Onkologie im Krankenhaus Nordwest und Hauptinitiatorin. "Die meisten von uns haben viel erreicht, da möchte man einfach etwas zurückgeben", erklärt Schrott das Engagement.

Die letzten Boote starten noch, während sich wenige Meter weiter schon die ersten kleinen Enten im Wasser tummeln. Für alle Teilnehmer gibt es Urkunden und Medaillen, auf Preise aber verzichtet die Stiftung. "Wir wollen das Geld doch sammeln und nicht ausgeben", heißt die Devise der Ehrenamtlichen. Am 27. Juni findet in Mainz die nächste Benefiz-Regatta statt. Weitere Informationen: www.rudern-gegen-krebs.de (kris)

Datum:  17 | 5 | 2010
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