Die Stadt, bezogen auf ihre Einwohnerzahl, ist eine der reichsten in Hessen. Sie speist den größten Teil ihrer Erträge aus der Gewerbesteuer. Für 2010 rechnet die Kämmerei mit Gewerbesteuereinnahmen von 80 Millionen Euro. Das mache 71 Prozent der Gesamterträge aus, teilte die städtische Sprecherin Beate Brendel mit. Zwischen 2005 und 2008 betrugen die Gewerbesteuereinnahmen sogar im Schnitt 95 Millionen.
Abgesehen davon, dass die Stadt von der Steuer lebt, sieht Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) ihre Abschaffung "extrem kritisch." Damit würden die Kommunen weitgehend die Möglichkeit verlieren, eigene Einnahmen zu generieren und wären von Zuteilung von Bund oder Land abhängig. "Damit würden wir am Fliegenfänger hängen", sagte er der FR. Mit einem niedrigen Hebesatz von 280 Prozentpunkten konnte die reiche Kommune im Main-Taunus-Kreis schon so manches Unternehmen anlocken.
Zuletzt sorgte der Umzug der Deutschen Börse von Frankfurt nach Eschborn für Furore. Dies zeigt, dass sich eine niedrige Gewerbesteuer positiv auf die Finanzen einer Stadt auswirken kann, solange die Kommunen rund herum eine höhere Abgabe fordern. Eschborn hat 21.000 Einwohner und bietet rund 30.100 Arbeitsplätze bei 3717 Unternehmen. 96 Prozent der Firmen sind im Dienstleistungsbereich tätig. (cho)

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