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Global Player im Talar

Die European Business School wird private Universität für Wirtschaft und Recht - und Wiesbaden eine Unistadt

So soll der Neubau der Law School einmal  aussehen.
So soll der Neubau der Law School einmal aussehen.
Foto: EBS

Sogar Boris Becker war per Video-Botschaft zugeschaltet. Auch wenn die Materie - die Gründung der juristischen Fakultät - eher etwas trocken war, auf ein wenig Glamour wollte die Privathochschule nicht verzichten. Dafür sorgte schon der Ort: der Friedrich-von-Thiersch-Saal im Wiesbadener Kurhaus. Mit rund tausend Gästen und Prominenz feierte die European Business School (EBS) am Mittwochabend ihre neuen "Uniweihen".

Die EBS expandiert von der reinen Wirtschaftshochschule zur Universität für Wirtschaft und Recht. Sie darf sich als jüngste Uni in Deutschland bezeichnen und macht die Landeshauptstadt Wiesbaden zudem zur Universitätsstadt. EBS-Präsident Christopher Jahns kündigte vollmundig an, Wiesbaden werde "den schönsten Uni-Campus Deutschlands" erhalten. Entstehen soll er bis 2014 auf dem Areal des ehemaligen Landgerichts.

Spenden von Unternehmen

Die Unterstützung für die private Hochschule lassen sich Stadt und Land rund 50 Millionen Euro kosten. Eine Entscheidung, die gerade vor dem Hintergrund massiver Einsparungen in Millionenhöhe im Hochschulbereich Hessens auf massive Kritik stieß. Jahns hält dagegen "ein Signal der öffentlichen Hand" für notwendig. Als erste deutsche Wirtschaftsuniversität wolle man den Sprung in die internationale Top-Liga schaffen. Die Hochschule bilde Spitzenleute aus und schaffe Arbeitsplätze. Die Unterstützung sei eine "Anschubfinanzierung". Der Löwenanteil von 125 Millionen finanziert sich über Spenden von Firmen und Stiftungen.

Mit der Universität für Wirtschaft und Recht stoße die EBS in eine "Riesen-Marktlücke". Banken, Konzerne und Groß-Kanzleien hätten ein enormes Interesse an gut ausgebildeten Wirtschaftsjuristen. Von einer reinen Management-Elite will er nichts wissen. Es gehe der Hochschule bei der Ausbildung um mehr als Gewinnmaximierung und Shareholder Value. Die Uni bilde "die Verantwortlichen von morgen" aus. Jenseits fachlicher Exzellenz wolle die EBS ein Studium bieten, in dem es auch um ethische Fragen und Werte-Vermittlung gehe.

Die Hochschule will ein Ort sein, wo Studenten Jura und Wirtschaftswissenschaften zugleich studieren können. Die Rede ist von "neuen Standards" in der Juristenausbildung. "Als jüngste juristische Fakultät in Deutschland haben wir den Anspruch, auch die modernste und innovativste zu sein", sagt Gründungsdekan Professor Gerrick Freiherr von Hoyningen-Huene. Praxisnah sollen die Juristen auf ihr Berufsleben in internationalen Kanzleien und global operierenden Unternehmen vorbereitet werden. Die Absolventen sollen fachlich versiert, mehrsprachig sein und sich in der internationalen Geschäftswelt zurecht finden. In viereinhalb Jahren sollen sie einen Bachelor of Laws, die erste juristische Prüfung und einen Master of Arts in Business ablegen können.

Mit neun Professoren und zusätzlichen Stiftungslehrstühlen will die Hochschule starten. 20 Professoren und 80 Wissenschaftler sollen es werden. Pro Jahrgang will die EBS 200 Jura-Studenten aufnehmen. Die ersten Aufnahmeverfahren starten im Dezember, bis zu 800 Jura-Studenten sollen an der Law School lernen.

Rund 11000 Euro kostet das Studium an der privaten Uni jedes Jahr. Ausgewählt werden die Bewerberinnen und Bewerber nach speziellen Eignungstests. Viele, sagt EBS-Leiter Jahns, bezahlten ihr Studium über Stipendien oder zinslose Kredite. Angesichts der Berufschancen, die die EBS vermittele, sieht zumindest er darin kein Risiko. Kommentar R4

Autor:  Astrid Ludwig
Datum:  18 | 6 | 2010
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