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Globales Lernen

In der Initiative Stube kommen hessische Studierende aus vielen Ländern zusammen

Die Veranstaltungen tragen gewichtige Titel. In Darmstadt etwa drehte sich kürzlich ein Seminar um das Thema "Globalisierung aktiv mitgestalten". In Bad Homburg wollen sich Studierende Mitte Dezember über das "ABC der Menschenrechte" unterhalten. Und zwei Wochen zuvor werden sie, wiederum in Darmstadt, bereits über "Globale Umweltpolitik: Klimapolitik - Klimakatastrophen" diskutiert haben. Nein, es ist nicht gerade die leichte Kost, der sich Stube Hessen zuwendet.

Die Initiative Stube - die Abkürzung steht für Studienbegleitprogramm - wurde 1992 vom World University Service gegründet. Sie richtet sich an Studierende, die aus Afrika, Lateinamerika oder Asien kommen und an einer hessischen Hochschule eingeschrieben sind. Sie sollen sich in Workshops, Seminaren und Akademien, die unter anderem von Universitätsdozenten geleitet werden, vor allem mit entwicklungspolitischen Themen beschäftigen. Auch in der Hoffnung, dass sie eines Tages in ihre Heimatländer zurückkehren und an den dortigen Verhältnissen etwas ändern können.

Trong Hong Nguyen, Wirtschaftsinformatik-Student an der Technischen Universität Darmstadt, und Bao Ngoc Cao, Pädagogik- und Germanistikstudentin an der Frankfurter Goethe-Universität, haben sich bei Stube kennen gelernt. Die beiden Vietnamesen haben schon mehrere Veranstaltung in dem Programm besucht, zuletzt ging es in einem Seminar um Personalmanagement. Wie entscheiden Führungskräfte in Deutschland, welche Unterschiede gibt es in Personalfragen zu den Ländern, aus denen die Studierenden im Seminar kommen? Um diese Fragen drehte sich die Veranstaltung, die von jungen Leuten aus vielen Ländern besucht wurde.

"Wir wollen, dass die Studierenden nicht nur in der Uni sitzen", sagt Manuela Brune-Hernandez, die viele Jahre als Entwicklungshelferin gearbeitet hat und mittlerweile das Stube-Programm maßgeblich zusammenstellt. Die jungen Menschen sollen sich in den Veranstaltungen über ihre Heimatländer austauschen und sich gerade in entwicklungspolitischen Fragen gegenseitig Anregungen geben. Ob sie diese dann später in ihren Heimatländern, in die viele ausländische Studenten wie auch Nguyen und Cao nach ihrem Studium zurückkehren wollen, gebrauchen können oder nicht, wird sich zeigen.

Bei Stube entstehen Freundschaften. An der Uni habe er nicht allzu viel mit seinen Kommilitonen zu tun, erzählt Nguyen. Bei Stube sei das anders. "Ich habe hier viele nette Menschen kennen gelernt", sagt der 23-Jährige. Auch Brune-Hernandez bestätigt: Viele ausländische Studierende seien an ihren Hochschulen sehr schüchtern. Bei Stube blühten die meisten von ihnen auf.

Finanziert wird das in Wiesbaden ansässige Studienbegleitprogramm zu 70 Prozent vom hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und zu 30 Prozent vom Diakonischen Werk der evangelischen Kirche.

Weitere Informationen über Stube gibt es unter der Telefonnummer 0611 / 9 44 61 71 und im Internet unter www.wusgermany.de/stube.

Autor:  GEORG LEPPERT
Datum:  28 | 8 | 2008
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