Am Montag noch hatte das Präsidium angekündigt, die Besetzung aufmerksam beobachten zu wollen. Einen Tag später spricht die Leitung der Goethe-Universität nun von Vandalismus und Schäden im hohem fünfstelligen Bereich. Am Tag zwei der Blockade des historischen Casinos auf dem Campus Westend hat das Präsidium Anzeige erstattet, weil Mobiliar, Inventar und die wertvolle Holzvertäfelung im Festsaal beschädigt worden seien. Die Stimmung ist deutlich gereizter.
Vizepräsident Professor Manfred Schubert-Zsilavecz ist "entsetzt": "Ein solches Maß an Zerstörung hätte ich nicht für möglich gehalten, besonders nicht in einem historischen Gebäude." Die Uni werde die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Er appelliert, nicht tatenlos zuzusehen, wie die erreichte Verbesserung der Studienbedingungen an der Goethe-Uni "von einer gewaltbereiten Minderheit zerstört wird". Die Beseitigung der Schäden kann nur durch Einsparungen in anderen Bereichen aufgefangen werden. Das Präsidium respektiere einen friedlichen Streik, nicht aber mutwillige Zerstörung von Eigentum.
"Die Studenten haben nicht randaliert und sie haben auch nichts kaputt gemacht", schildert dagegen Markus Niemeier, Sprecher des Protestplenums die Situation. Es seien Parolen an die Wand geschrieben worden, räumt er ein. Skandalös seien aber nicht die Parolen, "sondern was in der Bildungspolitik abgeht". Die Anzeige des Präsidiums und den Vandalismus-Vorwurf sieht das Plenum als Versuch, "die Besetzung zu kriminalisieren und zu illegitimieren".
Die Besetzung soll bis Freitag andauern. Bisher hätten rund tausend Studenten die Workshops im Casino besucht.

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