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Goethe-Universität: Vom Charakter eines Proteins

Auf dem Campus Riedberg schauen 60 Frankfurter Oberstufenschüler Professoren der Forschungsbereiche Biologie, Physik und Chemie über die Schultern und in die Labore. Von Marek Fritzen

Junge Forscher: Die Goethe-Universität öffnet auf dem naturwissenschaftichen Campus dem Nachwuchs die Labore.
Junge Forscher: Die Goethe-Universität öffnet auf dem naturwissenschaftichen Campus dem Nachwuchs die Labore.
Foto: FR/Arnold

Dominique und Sophie ist das Ganze noch ziemlich fremd. Alles wirkt so professionell und ungewohnt. Kein Wunder, denn schließlich besuchen die beiden 17-jährigen Schülerinnen zum ersten Mal die Frankfurter Goethe-Universität. Zusammen mit 58 anderen Schülern der Ernst-Reuter-Schule I, der Ziehenschule und der Otto-Hahn-Schule, nehmen die beiden an einem Projekt zwischen den drei Frankfurter Schulen und der Hochschule teil.

Auf dem Campus Riedberg haben die Oberstufenschüler die Möglichkeit, mit Professoren der Forschungsbereiche Biologie, Physik und Chemie, in Zweiergruppen für vier bis sechs Stunden in den Laboren zu arbeiten. Und damit nicht genug: Neben der Vorbereitung dieses Labortages und dessen Durchführung, haben die Jugendlichen die Aufgabe, ihre Forschungsergebnisse zu dokumentieren und schließlich im Rahmen einer Abschlussveranstaltung zu präsentieren. Die ist am 19. Mai.

Doch davon sind Dominique und Sophie noch weit entfernt. Am Mittwochnachmittag stand zunächst die Einführung auf dem Programm, bei der die Schüler den Zeitrahmen und inhaltliche Details des Forschungsprojektes erfahren haben. "Wir haben vor, in Frankfurt Biologie zu studieren und nutzen dieses Projekt, um einen Einblick in das Studium zu bekommen", sagte Dominique. Besonders die Tatsache, dass sie mit Uni-Professoren zusammenarbeiten können, sei eine einmalige Möglichkeit. "Und außerdem ist es mal etwas anderes als das Lernen in der Schule. Das Praktische an dem Projekt ist etwas ganz Besonderes", ergänzte Sophie.

Um an dem Projekt teilnehmen zu können, müssen die Schüler an ihren Schulen Kurse in den Fächern Biologie, Chemie oder Physik besuchen. Aus diesen Kursen fanden sich Arbeitsgruppen zusammen, die nun die Möglichkeit haben, an der Uni zu forschen.

Ein Bild von der Uni bekommen

"Für die Universität geht es bei dem Schüler-Projekt besonders um die Nachwuchsförderung. Wir möchten den zukünftigen Studenten ermöglichen, sich ein Bild von der Uni zu machen", erläuterte Arnim Lühken, der Koordinator des Projekts. Genau das versucht auch Florian Evertse von der Ernst-Reuter-Schule I. Er hat sich für die Arbeitsgruppe mit dem Thema "Reinigung und Charakterisierung eines Proteins" eingetragen.

Nein, das Thema sei nicht kompliziert, er kenne es schon aus dem Biologie Leistungskurs. "Ich habe vor, nach der Schule Bio-Chemie zu studieren, daher kommt mir das Projekt sehr gelegen." Auch könne er sich die Teilnahme als besondere Lehrleistung für seine Abiturnote gutschreiben lassen. "Allein das ist doch Anreiz genug", schildert der 18-Jährige schmunzelnd seine Motive.

Nach Auskunft des Koordinators und Leiters des Schülerlabors, Arnim Lühken, habe es, über die 60 Teilnehmer hinaus, zahlreiche weitere Bewerbungen gegeben. "Leider konnten wir in diesem Jahr nur 60 Schüler annehmen, da die Kapazitäten hier nicht mehr hergeben." Für Interessierte gebe es jedoch immer noch Hoffnung, denn auch in Zukunft soll das Projekt bestehen bleiben.

Autor:  MAREK FRITZEN
Datum:  2 | 4 | 2009
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