Zuletzt hatten sie sich schon etwas verwundert angesehen, die schwarz-grünen Koalitionäre, wenn es um Vorschläge für einen künftigen Standort des Museums der Weltkulturen ging. Da kam kurzzeitig das Sudfass, ein Freudenhaus am Anfang des Ostends, ins Gespräch. Da machte sich die Leitung des Stiftungsuniversität Gedanken darüber, ob der Standort Bockenheim in unmittelbarer Nachbarschaft zum Senckenbergmuseum nicht ein geradezu natürlicher Platz für ein solches Ausstellungshaus sein könnte.
Und da dachten andere laut über das Honsell-Dreieck nach. Die Koalitionäre aber ließen sich beraten. In anderen Städten. Überaus eindringlich, erinnert sich einer aus diesem Kreis an entsprechende Gespräche, habe man ihnen in Düsseldorf davon abgeraten, ein solches Museum zu weit vom Schuss zu errichten. Und so zeigte sich alsbald: In Frage kämen schlussendlich allein die Standorte Degussa oder Museumspark, nördliche oder südliche Mainseite.
Und selbstredend wussten alle Beteiligten, dass trotz der grundsätzlichen Bedenken der Grünen, in den Museumspark einzugreifen, dieser Standort aufgrund seiner aktuellen Substanz eigentlich unschlagbar sein würde. Dass man in den Villen und einem Neubau an diesem Platz wohl kaum auf die mal angepeilten 11.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche kommen würde, daran zweifelt auch der Grüne Olaf Cunitz bei der Präsentation des Projekts keinen Augenblick.
Doch mit dem Versprechen des Bündnispartners, entlang der Honsellstraße einen großen Park im Ostend zu errichten und damit gleichsam reichlich Ausgleich zu schaffen, ließen sich die Grünen von den Erwägungen der christdemokratischen Stadtentwickler und Kulturpolitiker überzeugen. Am Ende, daraus macht Cunitz keinen Hehl, habe auch der geplante Anbau an das Städel, ein unterirdisches Projekt zur Mehrung der Ausstellungsfläche, ein Übriges getan. Diese Pläne hätten eben den eigenen Gedankenhorizont durchaus weiten können. ing

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