Wiesbaden. Die Grünen fordern von der Landesregierung einen Verzicht auf das geplante Großprojekt Beberbeck in Nordhessen. Stattdessen müssten alternative Planungen für die Entwicklung des Tourismus in der Region vorangetrieben werden, verlangte der Landtagsabgeordnete Kai Klose am Montag in Wiesbaden. Auf dem Gelände der Staatsdomäne Beberbeck nördlich von Kassel soll der größte Ferienpark Europas mit bis zu 7100 Hotelbetten entstehen. Dafür werden mehr als 400 Millionen Euro benötigt. "Es gibt keinen Investor, der in Deutschland ein Projekt von solcher Größe realisieren will", erklärte Klose. Die Suche sei seit fünf Jahren erfolglos geblieben.
Die Frist für die Investorensuche sei bereits mehrmals verlängert worden und laufe nun bis Ende nächsten Jahres, sagte Klose. Das Projekt sei ein "Wolkenkuckucksheim". Der vom Land in Aussicht gestellte Zuschuss von 30 Millionen Euro sollte besser in die Förderung der mittelständischen Tourismusstrukturen fließen. Der Tourismus müsse aus der Region heraus entwickelt werden. Die Planungen für das Großprojekt sehen unter anderem Hotels, Ferienwohnungen sowie Golf- und Poloplätze vor.
Hermann-Josef Rapp vom Aktionsbündnis Beberbeck sagte, dass die Umsetzung des Projekts der größte Landschaftseingriff in der hessischen Geschichte wäre. Die Kostbarkeiten des Naturraums Reinhardswald dürften aber nicht "dem Massentourismus zum Fraß vorgeworfen werden". Außerdem könnten die bestehenden Tourismusbetriebe momentan nicht investieren, da nicht feststehe, ob ein Investor für das Großprojekt gefunden werde. "Alle wollen, dass etwas passiert." (dpa)

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