Bestatter haben nach landläufiger Ansicht stets gleich auszusehen: Reifes Alter, dunkler Anzug und Leichenbittermine. Sie erledigen angeblich ihr Geschäft höchst professionell, also ohne große Anteilnahme. Mit solchen Schablonen gibt sich Patric Stromberg nicht zufrieden. Er erscheint in Alltagskleidung, lächelt, nimmt Hinterbliebene mitfühlend in die Arme.
Der 34-Jährige hatte in Hüttenberg bei Wetzlar vor sieben Jahren eine Ausbildung für seinen neuen Job absolviert – freiwillig, wie er betont. Zuvor war Stromberg im Anschluss an die Zeit bei der Bundeswehr anderthalb Jahre arbeitslos. Als er um Starthilfe bei der Arbeitsbehörde nachfragte, zeigte sich diese zunächst „etwas skeptisch“, erzählt Stromberg – gab es doch in der Gegend mindestens sieben alteingesessene Bestattungsfirmen. „Am Anfang war es auch ganz schön hart“, erinnert sich Stromberg. „In den ersten Jahren hatten wir gerade mal 16 Sterbefälle, inzwischen sind es 65 pro anno.“ Offenbar honorieren Angehörige, dass er sich für sie Zeit nimmt, ihnen die Angst vor dem Tod ebenso wie vor dem Bestatter zu nehmen versucht. Es freut ihn, wenn ein Kunde von einer „schönen Trauerfeier“ spricht. Notwendig für die Gratwanderung zwischen geplanter Pietät und optimistischer Hilfe ist viel Fingerspitzengefühl. Das hat Patric Stromberg.
Die Liste der Mitwirkenden im Initiativkreis Gründertage Hessen reicht von „A“ wie Agentur für Arbeit bis „W“ für Wirtschaftsförderungsgesellschaft.
Der Initiativkreis verleiht jedes Jahr in den drei Kategorien „Mutige Gründung“, „Geschaffene Arbeitsplätze“ und „Innovative Geschäftsidee“ den Hessischen Gründerpreis. Die Auszeichnungen werden am 22. September beim Hessischen Mittelstandstag in Baunatal verliehen.
Als Medienpartner unterstützt die Frankfurter Rundschau erneut den Wettbewerb. Wir stellen die Finalisten vor. Heute: Bestattungshaus Stromberg in Hüttenberg, www.bestattungshaus-stromberg.de
Humanes Bestattungskozept
Er hat seine Anfangsinvestitionen von rund 15000 Euro längst wieder reingespielt und schreibt schwarze Zahlen. Für eine Feuerbestattung verlangt Stromberg im Schnitt rund 1400 Euro, für eine Erdbestattung etwa 1800 Euro. Damit liege er ungefähr in der Mitte zwischen den Billiganbietern und den teuren Traditionsbestattern. Stromberg beschäftigt momentan zwei Vollzeitkräfte und zwei Rentner auf 400-Euro-Basis.
Er spiele mit dem Gedanken, eine Filiale in Frankfurt zu eröffnen, wo „täglich etwa 20 Menschen sterben“. Außerdem werde sein „humanes“ Bestattungskonzept in der Großstadt vielleicht eher honoriert als in der Provinz. Mutig sei sein damaliger Schritt in zweierlei Hinsicht gewesen: Wegen des manchmal schwierigen Themas Tod und wegen der mit harten Bandagen kämpfenden Konkurrenten.

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