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Gründertage: Mit Beton die Welt erobern

Die Kasseler Firma G.tecz steht im Finale des Hessischen Gründerpreises. Sie entwickelt "zementgebundene High-Tech-Materialien".

        

Thomas Teichmann gründete zusammen mit Gregor Zimmermann das Unternehmen  G.tecz.
Thomas Teichmann gründete zusammen mit Gregor Zimmermann das Unternehmen G.tecz.
Foto: Privat
Frankfurt –  

Beton ist Beton ist Beton? Denkste! Das künstliche Gestein, eigentlich eine Mischung aus Zement, kleinkörnigem Kies und Wasser, gibt es mittlerweile in zahlreichen Variationen für die unterschiedlichsten Anwendungszwecke. Und die Entwicklung geht rasant weiter. Dafür sorgen schon Thomas Teichmann und Gregor Zimmermann mit ihrer Kasseler Firma German Technologies and Engineering Conceptz, kurz G.tecz.

Der Preis

Die Liste der Mitwirkenden im Initiativkreis Gründertage Hessen reicht von „A“ wie Agentur für Arbeit bis „W“ für Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

Der Initiativkreis verleiht jedes Jahr in den drei Kategorien „Mutige Gründung“, „Geschaffene Arbeitsplätze“ und „Innovative Geschäftsidee“ den Hessischen Gründerpreis. Die Auszeichnungen werden am 22. September beim Hessischen Mittelstandstag in Baunatal verliehen.

Als Medienpartner unterstützt die Frankfurter Rundschau erneut den Wettbewerb. Wir stellen die Finalisten vor. Heute: German Technologies and Engineering Conceptz aus Kassel; www.gtecz.com

Der Name klingt arg konstruiert. Aber schließlich verbirgt sich hinter G.tecz kein schnödes Betonwerk. Das Unternehmen versteht sich als „Entwicklungs- und Forschungsdienstleister“ für „zementgebundene High-Tech-Materialien“. Die Betongemische, die die Ingenieure in dem Kasseler Labor von G.tecz zusammenstellen, tragen Zusätze wie „ultrahochfest“ (UHPC), wenn nicht gar Kunstbezeichnungen wie „blueConcrete“ oder „Quantz“.

Welche Konstruktionen etwa mit UHPC möglich sind, lässt sich an der Gärtnerplatzbrücke in Kassel besichtigen, der ersten ihrer Art in Europa. Am Bau beteiligt war ein Team von Werkstoff-Forschern der örtlichen Universität, zu dem auch der promovierte Ingenieur und Materialwissenschaftler Teichmann gehörte. „Die Technologie hat Potenzial“, erkannte der heute 36-Jährige und beschloss 2006, mit dem fünf Jahre älteren Zimmermann, ein Experte für Leichtbau-Architektur, eine Firma zu gründen. Und zwar „ohne Investor oder Fremdkapital. Wir wollten das aus eigener Kraft schaffen“.

Das scheint gelungen zu sein. Mit ihren neun Beschäftigten hat G.tecz als Entwickler und Planer mehr als 120 Projekte betreut. „Wir sind auf gutem Wege, die Welt zu erobern“, meint Teichmann halb-ironisch und verweist auf die schier unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten von Beton-Spezialitäten – neben der Architektur auch im Maschinenbau oder Design. „Quantz“ etwa sei „so druckfest wie Stahl, so dicht wie Keramik, aber viel günstiger“.

Mit ihrer US-Partnerfirma Taktl plant G.tecz derzeit eine Produktionsanlage für Fassaden-Platten aus UHPC. Die Fabrik mit bis zu 40 Arbeitsplätzen soll in Hessen errichtet werden. „Zimmermann und ich haben vom deutschen Bildungssystem profitiert“, sagt Teichmann. „Wir wollen jetzt was zurückgeben und das Know-how im Land halten.“

Autor:  Mario Müller
Datum:  15 | 9 | 2011
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