Die Frage, ob die evangelische Kirche auf städtischen Bussen und Bahnen werben darf, bringt die schwarz-grüne Römer-Koalition in die Bredouille. Die Grünen setzten am Donnerstag durch, dass die CDU einen dringlichen Antrag nicht in den Geschäftsgang gab. Die CDU hatte die Stadtregierung auffordern wollen, auf die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) einzuwirken, damit sie "adventliche Werbung" von Kirchen und Religionsgemeinschaften genehmige.
Harsche Kritik von den Grünen: "Dieser Antrag löst das Problem nicht", so Grünen-Fraktionschef Olaf Cunitz. Der "Bezug auf die Adventszeit" greife zu kurz. Die Grünen fürchteten einen Dammbruch, wenn man allen Religionsgemeinschaften öffentliche Werbung zugestehe: "Was ist mit Scientology?", fragte Cunitz.
Die Grünen hätten nichts "gegen eine offene Diskussion". Es brauche eine einvernehmliche Regelung für alle städtischen Gesellschaften. Verkehrsdezernent Lutz Sikorski blieb bei seinem Nein. "Ich möchte an der weltanschaulichen Neutralität der Verkehrsgesellschaft festhalten". Bei der CDU hieß es knapp: "Die Gespräche dauern an". (jg)

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