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18. November 2015

Hackerangriff: Entwarnung nach Drohbotschaft auf Weihnachtsmarkt

 Von  und 
Die Internetseite des Friedrichsdorfer Weihnachtsmarktes ist von Islamisten gehackt worden.  Foto: Screenshot

Nach Einschätzung von Sicherheitsexperten bedeutet die Drohbotschaft auf der Internetseite des Friedrichsdorfer Weihnachtsmarktes keine konkrete Gefährdung.

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Verfassungsschutz-Chef Robert Schäfer wertet die Drohbotschaft auf der Homepage des Weihnachtsmarktes Friedrichsdorf (Hochtaunuskreis) nicht als konkrete Gefährdung. Nach Einschätzung der Sicherheitsexperten handele es sich dabei um einen wahllosen technischen Angriff im Internet, erklärte Schäfer am Donnerstag in Wiesbaden. Dabei werde ohne konkretes Ziel nach Seiten im Netz gesucht, die technisch anfällig sind. Das zeige sich auch daran, dass sich die Botschaft nicht direkt gegen den Weihnachtmarkt gerichtet habe. Ein Gefährdungspotenzial auf irgendeinen Weihnachtsmarkt in Hessen sehe der Verfassungsschutz daher nicht.

Auf der Seite des Weihnachtsmarktes, die der Kommunikationsagentur Carta Media in Friedrichsdorf gehört, die den Markt organisiert, hat eine „Mujahidin Cyber Army“ auf Englisch gedroht, dass man künftig nicht mehr ruhig werde schlafen können.

Auf der in Schwarz gehaltenen Seite fordert die Gruppe auf, Muslime und alle Mudschahedin in Syrien in Ruhe zu lassen. Die „Cyber Army“ wünscht einige Länder und deren Staatschefs zur Hölle, Deutschland und seine Politiker werden nicht erwähnt. Auch geben die Verfasser der Botschaft an, den Islamischen Staat nicht zu unterstützen und Al-Qaida zu lieben. Es gibt einige Unterzeichner der Botschaft. Auf dem Fuß der Seite werden Namen genannt. Untermalt ist das Ganze mit arabischen Schlachtengesängen.

Brigitte Globig, die Geschäftsführerin der Agentur, hat am Mittwoch über die Polizei von der gehackten Seite erfahren. Die Webseite war im Jahr 2010 eingeführt worden, ist inzwischen aber von einer neuen Seite verdrängt. Seit vier oder fünf Jahren, so Globig, werde die nun gehackte Präsenz bereits nicht mehr genutzt. Die Agentur hat sie bislang nicht vom Netz genommen, weil man sie eventuell reaktivieren wollte.

Der Staatsschutz ermittelt

Das Offline-Schalten wird nun nachgeholt, zu einem Zeitpunkt, den Globig mit der Polizei abstimmen wird. Das bestätigte auf Anfrage Hochtaunus-Polizeisprecher Siegfried Schlott. Noch versuchen die Beamten des Staatsschutzes herauszufinden, wer die Seite gehackt hat. Sobald dies passiert ist, wird die Seite vom Netz genommen. Seit Montag, so Schlott, ermittle der Staatsschutz bereits.

Die Hacker haben in den vergangenen Tagen und Wochen bereits andere Seiten, unter anderem in Indien und den USA, gekapert. Auch die Präsenz eines russischen Zahnpasta-Herstellers ist schon gekapert worden, vorgeblich als Reaktion auf russische Luftschläge in Syrien. Die Friedrichsdorfer Weihnachtsmarkt-Seite ist offenbar die erste deutsche Seite, bei der eine Sicherheitslücke von der „Cyber Army“ ausgenutzt wurde.

Die Friedrichsdorferin Brigitte Globig vermutet, die Menschen sollten mit der Botschaft der Islamisten verunsichert werden. Viele besorgte Menschen hätten bereits bei ihr angerufen: „Das ist todtraurig“. Eine konkrete Gefährdung des Friedrichsdorfer Weihnachtsmarktes sieht Globig jedoch noch nicht. Er soll wie geplant vom 20. bis 22. Dezember über die Bühne gehen. (mit dpa)


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