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12. September 2012

Haus der Begegnung Patrick Dehm: Streit im Haus der Begegnung

Patrick Dehm.  Foto: FR

Bei dem Konflikt zwischen dem Bistum Limburg und Patrick Dehm, dem Leiter des Hauses der Begegnung in Frankfurt, geht es nicht nur um ihn, sondern auch um die Ausrichtung des Hauses. Die ist der Bistumsleitung zu offen.

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Unstrittig ist: Am 11. Juni haben der Diözesanbaumeister des Bistums Limburg, Tilmann Staudt, und die Immobilienmaklerin Martina Lucas-Klein das Haus der Begegnung in Frankfurt besichtigt. Gestritten aber wird darüber, wie diese Begehung verlaufen ist. Dies ist bedeutsam, weil das Bistum die fristlose Kündigung von Patrick Dehm (50), der das HdB seit 2001 leitete, mit den Ereignissen während jener Begehung begründet.

Bei der Anhörung vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Dienstag erläuterten Bistums-Justiziar Gernot Sydow und Anwalt Thomas Kittner die Sichtweise des Bistums. Demnach hat Dehm Lucas-Klein sinngemäß mit den Worten begrüßt: „Sie sind Maklerin. Hier soll das Tafelsilber verscherbelt werden. Aber die Zeit arbeitet für uns.“ Das Bistum wertet dies als „feindselig“ und illoyal. Auch soll Dehm Staudt gedroht haben, er schalte die Presse ein, wenn das Haus verkauft würde. Er soll das Wort „Schweinerei“ gebraucht haben.

Dehm bestreitet das. Nach Darstellung seines Anwalts Jürgen Weder sei die Begehung friedlich verlaufen. Zum Abschied habe Dehm scherzhaft und unter allgemeinem Gelächter gesagt: „Bevor Sie das Haus verkaufen, bieten Sie es doch mir an.“

Bistum spricht von Täuschungsversuch

Eine weitere fristlose Kündigung begründet das Bistum mit einem angeblichen Täuschungsversuch Dehms. Er soll bei Renovierungsarbeiten am HdB nicht den Dienstweg eingehalten und darüber die Unwahrheit gesagt haben. Auch das wird von Dehm bestritten. Einigen sich die Parteien nicht, wird wohl weiter vor dem Arbeitsgericht gestritten.

Was der Bischof mit dem Haus der Begegnung vorhat, ist unklar. Es gibt allerdings deutliche Hinweise, dass die Bistumsleitung mit der offenen Ausrichtung des Hauses und des wenig erkennbaren katholischen Charakters unzufrieden ist. Die Angebote der Bildungsstätte richten sich vor allem an junge Menschen und erreichen auch Leute, die der Kirche fernstehen. Diverse „Profilgespräche“ mit Ordinariatsvertretern musste das Team um Dehm in den letzten Monaten absolvieren.

Eben wegen der offenen Angebote schießt die Stadt Frankfurt zum Jahresetat des Hauses von etwa 500.000 Euro regelmäßig 80.000 Euro zu. Bedingung laut Vize-Jugendamtsleiterin Brigitte Henzel: „Die Angebote dürfen nicht konfessionell gebunden sein.“ Kirchliche Jugendarbeit fördert die Stadt nicht. Ob ein „katholischeres“ HdB noch städtische Gelder bekäme, zweifeln Beobachter deshalb an. (pgh./rü.)

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