Der Neubau des Museums der Weltkulturen bekommt von der schwarz-grünen Römer-Koalition noch eine Chance. Die Fraktion der Grünen beschloss am späten Mittwochabend ein grundsätzliches Bekenntnis zu dem Projekt: "Wir wollen den Neubau", sagte Fraktionschef Olaf Cunitz am Donnerstag.
Die Stadt soll jetzt eine Analyse der möglichen Standorte vornehmen. Die müsse im Herbst den Fraktionen des Stadtparlaments präsentiert werden. Noch in diesem Jahr könne dann eine Entscheidung über das Baugrundstück fallen. Cunitz bemühte sich, den schwelenden Konflikt zwischen den Fraktionen von CDU und Grünen einerseits und Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) andererseits zu entschärfen: "Jede Seite hat Fehler gemacht", sagte der Politiker.
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Roth hatte sich für den Bau des Museums durch das private Unternehmen Deutsche Immobilien Chancen (DIC) stark gemacht. Weder CDU und Grüne votierten aber dafür - mit der Begründung, die OB liefere ihnen zu wenig Informationen. Am 9. Juni hatte dann DIC die Offerte des Baus zurückgezogen.
Die Koalition insgesamt müsse jetzt aus diesen Fehlern lernen und dafür sorgen, dass sie sich nicht wiederholten, sagte Cunitz. Die Grünen bestünden aber auf einem Raumkonzept für das neue Museum - und, wichtiger noch, auf einem "inhaltlichen Konzept".
Auch die CDU-Fraktion sprach sich am Mittwochabend dafür aus, die diskutierten verschiedenen Standorte für die Kulturinstitution zu prüfen. Dabei müsse auch ein Neubau in Sachsenhausen direkt hinter den heutigen Villen des Museums der Weltkulturen wieder ins Kalkül gezogen werden. Bisher lehnen den allerdings die Grünen ab.
Zu den diskutierten Standorten gehört jetzt wieder auch das Grundstück des ältesten Frankfurter Bordells, des "Sudfass" am nördlichen Brückenkopf der Flößerbrücke. Besitzer Dieter Engel wird seit Monaten von Immobilien-Investoren umworben. Das höchste Gebot für das Areal soll bei rund 14 Millionen Euro liegen. Ein Investor möchte dem Vernehmen nach dort ein Luxushotel mit Büroanteil errichten. All diese Pläne entstehen vor dem Hintergrund, dass nur wenige Hundert Meter entfernt auf der Fläche der früheren Großmarkthalle jetzt die Europäische Zentralbank (EZB) ihr neues Quartier baut.
In der Sitzung der CDU-Fraktion hatte sich Kulturdezernent Felix Semmelroth engagiert dafür eingesetzt, den Neubau des Museums nicht zu streichen.

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