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Heinrich-Lübke-Siedlung: Eingreifen, verändern, mitwirken

Wie sich die ABG Partizipation vorstellt - Mieter sollen an der Neugestaltung des Viertels mit dem Ziel der Öffnung zum gesamten Stadtteil hin mitwirken. Von Matthias Arning

Wie sich das anhört: Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) gefällt es gar nicht, wenn ABG-Geschäftsführer Frank Junker über die Sanierung der Lübke-Siedlung spricht und ständig das Wort "eingreifen" nutzt. Viel besser sei es doch, von "verändern" zu reden. Weil das viel positiver klinge, weniger martialisch, und entsprechend Eindruck bei den Mietern mache. Schließlich wolle man die doch nicht verschrecken. Vielmehr sollten sie mitreden. Und mitgestalten.

Das ist ganz im Sinne Junkers. Bereits in der kommenden Woche, verspricht der Chef der Wohnungsbaugesellschaft, werde es eine Versammlung der Mieter geben. Nach der Zusammenkunft im Frühjahr, als sein Unternehmen ihnen von der Idee berichtete, die Lübke-Siedlung umzubauen, sei dieser Dienstag, 1. Dezember, bereits der zweite Termin in dieser Angelegenheit. Das mache doch deutlich, welche Bedeutung man in seinem Unternehmen dem Thema Bürgerbeteiligung zuschreibe.

Für ihn stehe außer Frage, betont Junker, die Menschen, die gegenwärtig in dem Praunheimer Quartier leben, sollen nicht "einfach mal mitreden". Sie sollen an der Neugestaltung des Viertels mit dem Ziel der Öffnung zum gesamten Stadtteil hin mitwirken. Am besten wäre es aus seiner Sicht, sagt Junker, die Anwohner würden sich beispielsweise selbst um die Gestaltung der Innenhöfe kümmern. Er hofft, dass sich dafür Arbeitsgruppen finden, die sich eine entsprechende Beteiligung vornehmen würden.

Dass die ABG dem Gedanken der Partizipation Raum geben will, untermauert ihr Geschäftsführer damit, in der Siedlung neue Wege ausprobieren zu wollen. Der Wiener Stadtsoziologe Jens Dangschat soll den Prozess des Umbauens einem Moderator gleich begleiten.

In der über der Quartiersgarage an der Ludwig-Landmann-Straße geplanten "Infobox" will die ABG keine Praunheim-Dependance schaffen, wohl aber für die Zeit der Sanierung - nach dem erfolgreichen Modell am Westhafen - einen Raum der Information. Über schätzungsweise drei Jahre hinweg können sich Anwohner dort auf den jeweils neuesten Stand der Dinge bringen lassen.

Auch das gehört zu den Lehren, die die ABG aus früheren Bürgerbeteiligungen gezogen hat. Zuletzt gab es im Niederräder Mainfeld eine Menge Ärger mit den Mietern, die die Absicht der Sanierer als versuchte Vertreibung verstanden hatten. Sie fürchteten, ihre Wohnungen würden abgerissen statt saniert.

Die Heinrich-Lübke-Siedlung und das Mainfeld, merkt Frank Junker an, ließen sich aber nicht miteinander vergleichen. In Niederrad gehe es auch um städtebauliche Reparaturen, mit einer Sanierung allein lasse sich "dort nichts ändern". Das sei in der Lübke-Siedlung anders: Mit den überschaubaren Eingriffen - Petra Roth würde sagen: Veränderungen - lasse sich in diesem Teil Praunheims ein lebenswerteres Wohnen schaffen.

Autor:  Matthias Arning
Datum:  25 | 11 | 2009
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