kalaydo.de Anzeigen

Hessen: Aufschrei über "Kahlschlag"

Das Land Hessen will sparen, auch bei der Bildung. Die FDP nennt die Kürzungen "intelligent", die Linke spricht von einem "Kahlschlag". Von Pitt von Bebenburg

Eva Kühne-Hörmann, die hessische Wissenschaftsministerin
Eva Kühne-Hörmann, die hessische Wissenschaftsministerin
Foto: Michael Schick

Die Kürzungspläne der hessischen Landesregierung sorgen für Empörung. Der Landeselternbeirat sieht ein "völlig falsches Signal". Die Gewerkschaften befürchten ein "Sparen zu Lasten der jungen Generation".

Zuvor war bekannt geworden, dass die Landesregierung von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) 2011 auch die Bildungs-Haushalte der Ministerinnen Dorothea Henzler (FDP, Schule) und Eva Kühne-Hörmann (CDU, Hochschule) antastet, die bisher tabu waren.

Im Verhältnis zu ihren Haushalten insgesamt trifft es das Kultusministerium mit 1,1 Prozent und das Wissenschaftsministerium mit 2,2 Prozent immer noch weniger als die meisten anderen Ressorts. Insgesamt kappt Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) das Geld für die Ministerien um 266 Millionen Euro.

Der CDU-Haushaltsexperte Gottfried Milde sprach von "Mut zur Verantwortung". Es sei die "wichtigste politische Aufgabe, die kommende Generation aus der Schuldenspirale zu befreien". "Die Opposition spielt das übliche Spiel: Konsolidierung fordern, Schulden verdammen, aber bei jedem Einsparvorschlag aufschreien. So stiehlt man sich aus der Verantwortung für unser Land."

Der FDP-Abgeordnete Alexander Noll nannte die Reaktionen der Opposition "gespielte Empörung". Die Regierung spare intelligent. Es bleibe bei den "Schwerpunktsetzungen" in der Bildung.

Der Grünen-Finanzpolitiker Frank Kaufmann klagte, der Ausbau des Flugplatzes Kassel-Calden habe Priorität "und Bildung nicht". Die Linke sprach von einem "Kahlschlag". SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel sagte: "Wer in dieser Haushaltslage Steuererleichterungen vollzieht, der reißt auch im Bildungsbereich neue Löcher auf."

Im laufenden Jahr hatte sich Kultusministerin Henzler über eine Aufstockung der Landesmittel um gut 170 Millionen Euro freuen können. Sie bleibt deshalb 2011 trotz der aktuellen Kürzung um 45 Millionen Euro deutlich über dem Niveau von 2009.

Ähnliches gilt für Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann. Sie konnte 2010 einen Zuwachs von 64 Millionen Euro verbuchen, muss aber 2011 wieder 52 Millionen Euro wegstreichen.

Die Ministerien sollen laut Weimar versuchen, nicht nur Ausgaben zu streichen, sondern auch Einnahmen zu verbessern. "Alle Möglichkeiten zur Einnahmeerhöhung müssen ausgeschöpft werden", schreibt er in dem Aufstellungs-Erlass für den Haushalt.

Viele Ressorts sehen dazu jedoch wenig Chancen. Das gilt etwa für das Wirtschafts- und Verkehrsministerium, das die höchsten Einnahmen aller Ministerien verbucht - mit 932 Millionen Euro Einnahmen (bei 1,535 Milliarden Ausgaben). Ein Ministeriumssprecher weist darauf hin, dass die großen Beträge, die vom Bund und der Europäischen Union kämen, langfristig festgelegt seien. Entsprechend gering sei die Möglichkeit, aus eigener Kraft an der Einnahmeschraube zu drehen.

Autor:  Pitt von Bebenburg
Datum:  31 | 3 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Twitter im Landtag
 

Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Anzeige

Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Anzeige

Frage des Tages: Sollte man härter gegen Graffiti-Sprayer vorgehen?

Frankfurts Fassaden sind voll von Graffiti. Die Verursacher sind meistens nicht festzustellen. Die Polizei will nun härter gegen Graffiti-Sprayer vorgehen. Was halten Sie davon?

 

OB-Stichwahl in Frankfurt
Wahlergebnis Sehen Sie auch die Ergebnisse nach Stadtteilen als Grafik-Fotostrecke. Außerdem zeigen wir die Top- und Flop-Ergebnisse von Peter Feldmann und Boris Rhein nach Stadtteilen und noch detaillierter nach Wahlbezirken. Alles Weitere im Wahl-Spezial.
Frage des Tages: Welches Thema sollte der neue OB Peter Feldmann zuerst angehen?

Peter Feldmann wird Frankfurts neuer Oberbürgermeister. Welches Thema sollte der Sozialdemokrat in seinem neuen Amt als erstes angehen?

OB-Wahl in Frankfurt
So freuen sich Oberbürgermeister: Petra Roth (CDU) und Peter Feldmann (SPD), letzterer mit der Hand in der Hosentasche, ein Fauxpas.
Machtkampf nach OB-Wahl in Frankfurt 
        

Zählt die Tage bis zum Amtsantritt: Peter Feldmann.
Neuer Oberbürgermeister Frankfurt 
Der neue Oberbürgermeister Peter Feldmann bringt ein neues Team mit.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
Prinz Asfa-Wossen Asserate.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
So freuen sich Oberbürgermeister: Petra Roth (CDU) und Peter Feldmann (SPD), letzterer mit der Hand in der Hosentasche, ein Fauxpas.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
Spezial: Frankfurt Flughafen

Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.


Spezial: Der Flughafen wächst weiter
Manche Menschen freuen sich über den Klang von Glocken, andere fühlen sich gestört. (Symbolbild)
Fluglärm in Frankfurt 
        

Für diejenigen Menschen, die unter dem Fluglärm leiden, ist Frankfurt bei weitem nicht „grün“ genug.
Fluglärm in Frankfurt 
        

Wohnen in der Region: Lärm, aber noch kein Schallschutz.
Schleppende Antragsbearbeitung 
        

Nach Sonnenuntergang sollen auch die Flieger unten bleiben.
Nachtflugverbot 

Anzeige

Spezial

Auch dieses Jahr dürfte beim Schulwechsel der Sturm auf die Gymnasien ungebrochen anhalten. Doch welche Schulen passen eigentlich zu welchen Kindern? Die FR bietet einen Überblick.

Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Jeden Tag gibt's nun eine kurze Glosse zu unglaublichen Geschichten aus dem Frankfurter Alltag zu lesen.

 

Anzeige

 
Frankfurter Stadtteil-Porträts
Fragt man in Frankfurt die Leute, was denn die Hauptwache sei, bekommt man viele Antworten. Die einen haben einen Platz vor Augen, andere verwechseln die Hauptwache mit der Zeil. Wieder andere gehen davon aus, mit der Verabredung sei das Café Hauptwache gemeint. Oder auch die Standuhr dahinter.
Frankfurter Innenstadt 
..die Villa Meister. Das prachtvolle und heute denkmalgeschützte Gebäude hatte Herbert von Meister,der  Sohn von Carl Friedrich Wilhelm Meister, einem der Begründer der Farbwerke Hoechst, im Jahr 1902 erworben.
Frankfurt-Sindlingen 
        

Schon schön: Ein Blick in     die Grillparzerstraße im Dichterviertel.
Frankfurt-Dornbusch 
Auf den fruchtbaren Äckern im Frankfurter Norden wird immer noch Landwirtschaft betrieben. Und manch ein Erzeuger vermarktet seine Produkte immer noch selbst.
Frankfurt-Nieder-Eschbach 
Weblog

Seit vielen, vielen Jahren ist "kit" Eishockey-Berichterstatter. Im Blog berichtet er über die Löwen Frankfurt - "in your face".