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09. April 2010

Hessen: CDU will Sex mit Tieren verbieten

 Von Pitt von Bebenburg
Hessens CDU will Schweinereien mit Tieren verbieten.  Foto: dpa

Hessen will Zoophilie - genauer: Sex mit Tieren - wieder unter Strafe stellen. Denn die Umweltministerin sieht eine beunruhigende "Lifestyle-Entwicklung", vor allem im Internet. Von Pitt von Bebenburg

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Wiesbaden. Sex mit Tieren soll nach Ansicht der hessischen Landesregierung wieder strafbar werden. Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU) teilte jetzt auf Anfrage von CDU-Abgeordneten mit: "Heute sprechen neben einem kriminalpolitischen Bedürfnis vor allem tierschutzrechtliche Aspekte für eine Wiedereinführung eines entsprechenden Straftatbestandes."

Obwohl es keine Statistiken darüber gebe, geht die hessische Ministerin davon aus, dass immer häufiger Tiere von Menschen als Sex-Objekte benutzt werden. "Fachleute sprechen bereits von einer ,Lifestyle´-Entwicklung auf Kosten der Tiere", schreibt Lautenschläger. Sie verweist auf "Angebote im Internet von Life-Sex-Shows mit Tieren bis hin zu Tierbordellen".

In Deutschland war das Delikt der "widernatürlichen Unzucht" im Jahr 1969 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen worden. Damals wurde das Sexual-Strafrecht in weiten Teilen liberalisiert. So fiel damals auch der berüchtigte Homosexualitäts-Paragraf, und Ehebruch war seit der Reform nicht mehr strafbar.

"Veränderte Lebenswirklichkeit"

Die so genannte Zoophilie kann seither nur nur noch geahndet werden, wenn gegen das Tierschutzgesetz verstoßen wird. Das ist dann der Fall, wenn dem Tier Schmerzen oder Leiden zugefügt werden. Ministerin Lautenschläger weist darauf hin, dass das meistens nicht mehr festzustellen sei. "Selbst Verletzungen führen in der Praxis nur dann zu einer strafrechtlichen Verfolgung, wenn sie offensichtlich (insbesondere blutig) sind", stellt sie fest.

Seit der Abschaffung der Strafbarkeit hat sich nach Lautenschlägers Einschätzung vieles geändert. Damals seien es "eher Einzeltäter" gewesen. "Heute gibt es Gruppen, die sich über das Internet zum ,Tiersex´ verabreden, gegenseitig Praktiken anpreisen und das ganze regelrecht zelebrieren." Daher reichten die Tierschutzgesetze nicht mehr aus.

Auch andere Länder hätten auf die "veränderte Lebenswirklichkeit" reagiert, fügt die Ministerin hinzu. In der Schweiz, Frankreich, Großbritannien und Belgien sei Sex mit Tieren in den vergangenen Jahren unter Strafe gestellt worden. Die Niederlande, Schweden und Norwegen würden dem voraussichtlich folgen.

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