Man dürfe nicht "abheben" - so mahnt der hessische FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn seine Partei mit Blick auf das gute Wahlergebnis bei der Landtagswahl. Allerdings sei die FDP quasi von einem Kleinunternehmen in der Parteienlandschaft zu einem Mittelständler geworden.
Die 16,2 Prozent vom 18. Januar seien ein riesiger Vertrauensvorschuss, der die FDP nun gerecht werden wolle. Dazu gehört laut Hahn, "die Strukturen zu verbessern". Die Weichen dahin sollen am Wochenende auf dem Parteitag der FDP in Hanau gestellt werden.
Zu diesen besseren Strukturen gehöre vor allem, mehr Frauen in hauptamtliche Funktionen zu bringen. "Wir wissen, dass wir da ein Defizit haben", so Hahn. Während die ehrenamtliche Arbeit auf kommunaler Ebene etwa zur Hälfte von Frauen geleistet werde, gehören der FDP-Landtagsfraktion 19 Männer und lediglich eine Frau an: Kultusministerin Dorothea Henzler. Um den Frauenanteil zu erhöhen, will die FDP ein Mentoren-, Trainings- und Seminarprogramm starten. "Insgesamt", so Hahn, solle die Partei "kampagnenfähiger" werden.
Hahn selbst bewirbt sich in Hanau um seine Wiederwahl als Landesvorsitzender der Partei, auch einer seiner Stellvertreter, der Bundestagsabgeordnete Heinrich Kolb, kandidiert erneut. Der andere langjährige stellvertretende Vorsitzende, Wirtschaftsminister Dieter Posch (64), gibt hingegen sein Amt ab - um einen Generationswechsel an der Spitze zu ermöglichen, wie Hahn ankündigte. Um seine Nachfolge streiten sich der Chef der Jungen Liberalen, Lasse Becker (25), und der Erste Beigeordnete des Main-Taunus-Kreises, Hans-Jürgen Hielscher (49).
Die Freidemokraten wollen außerdem ihr Präsidium von sechs auf acht Mitglieder aufstocken. Dafür aber ist eine Satzungsänderung erforderlich, die aufgrund langer Fristen erst beim übernächsten Parteitag im November beschlossen werden kann. Für die aus dem Präsidium ausscheidenden Posch und Henzler sollen Lasse Becker und die Europa-Staatssekretärin Nicola Beer aufrücken.
Auch eine gewichtigere Rolle in der Bundespartei wolle die Hessen-FDP künftig spielen, kündigt Hahn an. Wie diese Rolle zu definieren sei, darüber wird Hahn am Wochenende sprechen. Welche Personen diese neue Rolle ausfüllen werden, steht weitgehend fest.
Auf Platz eins der Liste zur Bundestagswahl im September steht Wolfgang Gerhardt, ihm folgen Hermann Otto Solms, Heinrich Kolb, Hans-Joachim Otto und Mechthild Dyckmans. Diese Freidemokraten sitzen auch heute schon im Bundestag. Zur Landesgruppe könnte bei einem für die FDP erfolgreichen Wahlausgang noch Stefan Ruppert auf Platz 6 hinzustoßen. Er ist Kreisvorsitzender der Partei im Hochtaunuskreis.

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick
Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.
Facebook | Twitter überregional | Google+
Wer folgt Petra Roth? Mitte März wählt Frankfurt einen neuen OB. Alles über die Kandidaten im Spezial.