Es ist vollbracht. Nach sechs Monaten Hessen Rockt stehen die Gewinner fest: The Boptown Cats aus Lahntal bei Marburg holen den Pott. Im großen Finale am Samstag im Capitol in Offenbach haben sie die Stimmen und Herzen aller Jurymitglieder auf ihre Seite gezogen. Aber gewonnen haben eigentlich alle.
Auch wenn das abgedroschen klingt. Es ist wieder einer dieser ganz besonderen Abende gewesen. Stichwort: magisch. Hauptprofiteur ist dabei das Publikum. Die rund 1500 Besucher haben für wenig Geld viel erhalten. Ein Konzert mit allen Extras, mehr noch: ein Erlebnis.
Die Site zum Wettbewerb. www.rockt.tv
Der Rahmen stimmt: Spielort, Licht, Ton - alles ist ein Traum. Dazu kommt noch der Glamourfaktor: Rheinmaintv überträgt das Spektakel live und in voller Länge im Fernsehen. Und der Inhalt stimmt: Fünf Bands geben auf der Bühne alles - für die Gunst des Publikums.
Vier davon stehen im Wettbewerb zueinander: The Boptown Cats, Pfund, The Groove Generation und The Sound Section. Die fünfte - Printhouse - spielt außer Konkurrenz, um die Zeit zu versüßen, in der die Jury tagt. Tagen ist durchaus wörtlich zu nehmen. Eigentlich müsste so eine Diskussion sich über 24 Stunden erstrecken. Nur einer kann die große Hessen Rockt-Krone erringen.
Um das zu entscheiden, haben sich die Juroren klare Kriterien ausgedacht: technische und musikalische Qualität spielen ein Rolle, außerdem noch die Harmonie der Band auf der Bühne untereinander und der Kontakt zum Publikum. Obendrein fließen "weiche" Faktoren in die Entscheidung ein. Zum Beispiel, wie kollegial sich die Gruppen untereinander verhalten.
So fühlt sich die Jury eigentlich gut gerüstet - und sitzt dann letztlich wieder wie ein Häuflein Elend im Sitzungszimmer. Wie zur Hölle sollen sie technisch-musikalische Qualität von Rockbands messen oder gar vergleichen? Alle vier Bands bestehen aus guten Musikern. Alle haben hart gearbeitet und für diesen einen Abend geprobt.
Und was tun, wenn alle Gruppen sich nicht nur kollegial untereinander verhalten, sondern obendrein anfreunden? Trotz aller Konkurrenz. So etwas gibt es nur bei Hessen Rockt. Die Groove Generation und die Sound Section planen bereits gemeinsame Konzerte. Pfund hat Arrangements mit Promise getroffen - beide haben zusammen im Halbfinale in der Batschkapp gespielt. Eine knappe Entscheidung in Sachen Hauptgewinn also. Mal wieder.
Der Samstagabend hat aber noch weitere Sieger hervorgebracht. Den Rookie-Award, also die Auszeichnung für die beste junge Band des Wettbewerbs, hat die Groove Generation gewonnen. Entschieden hat das eine unabhängige Jury aus früheren Hessen Rockt-Siegerbands, namentlich X-it (2006) und Sushiduke (2008).
Der Binding Tribute-Award geht an die Fight Footers. Der Sonderpreis zeichnet Gruppen aus, die sich dem Werk einer einzigen Band annehmen. In diesem Fall gewinnt die Musik der Foo Fighters. Den Hessen Rockt-Ehrenpreis für Menschen, die sich in besonderer Weise um den Wettbewerb verdient gemacht haben, geht an Wolfgang Lücke, Direktor der Frankfurter Musikmesse.

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