Sterben ist teuer. Besonders in Hessen. Ein Grab auf einem städtischen Friedhof kostet dort im Vergleich zu anderen Bundesländern mehr. Seit 2004 sind die Bestattungsgebühren in Hessen gar noch im Schnitt um 40 Prozent gestiegen. Und sie klaffen in den einzelnen Städten und Gemeinden weit auseinander, was nicht immer schlüssig nachzuvollziehen ist. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer gemeinsamen Studie des Bunds der Steuerzahler Hessen und der Verbraucherinitiative für Bestattungskultur Aeternitas.
So kostet etwa ein ausgewähltes Erdgrab in Kelkheim im Main-Taunus-Kreis 5090 Euro, im mittelhessischen Haiger dagegen nur 1040 Euro. Für ein anonymes Urnengrab verlangt die Stadt Flörsheim am Main 2010 Euro, Haiger dagegen nur 260 Euro – fast zehnmal weniger.
Die Studie, die beim Steuerzahlerbund erhältlich oder von der Internetseite Steuerzahler-hessen.de herunterzuladen ist, hat die Gebührenordnungen von 60 hessischen Städten und Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern erfasst. Es gehe dabei nicht darum, „einzelne Kommunen oder Stadtverwaltungen vorzuführen oder anzuprangern“, sagte der Landesvorsitzende des Steuerzahlerbunds, Ulrich Fried, am Donnerstag in Wiesbaden. Es müsse immer im Einzelfall geschaut werden, ob die hohe Gebühr gerechtfertigt sei, etwa durch generell höhere Preise für Grund und Boden. Und die lägen etwa im Main-Taunus-Kreis höher als in Mittelhessen.
Fehlende Konkurrenz durch kirchliche Friedhöfe
Fried forderte aber die Städte auf, ihre teils hohen Friedhofsgebühren zu überprüfen. Notfalls müsse die Kommunalaufsicht eingeschaltet werden. Er munterte die Verbraucher dazu auf, gegen vermeintlich zu hohe Gebühren zu klagen. Um die Kosten zu senken, könnten Städte und Gemeinden etwa bei der Friedhofsverwaltung interkommunal zusammenarbeiten, schlug Fried vor.
Ein Grund dafür, dass in Hessen die Friedhofsgebühren so hoch seien, liege darin, dass es zu wenig Wettbewerb gebe, sagte der Aeternitas-Vorsitzende Hermann Weber. Es fehle etwa die Konkurrenz durch kirchliche Friedhöfe wie in anderen Bundesländern. Dort, wo in Hessen Trauerhallen und Krematorien in privater Trägerschaft lägen, führe der Wettbewerb zu sinkenden Preisen. Weber erinnerte daran, dass die von Gemeinden genommenen Gebühren nur die tatsächlichen Kosten decken dürften. „Viele Städte versuchen jedoch etwa durch die Anhebung der Gebühren zu steuern, dass nicht mehr so viele Urnengräber genommen werden“, kritisierte Weber. Dies sei unzulässig.
Der Aeternitas-Vorsitzende rügte zudem eine zunehmende Intransparenz; der Verbraucher verstehe und überblicke die Friedhofsgebührenordnungen kaum noch. So gälten zum Beispiel auf den Friedhöfen Frankfurts über 90 verschiedene Gebührensätze, in Kassel seien es 13.

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