Die Frage, warum es natürlich auch noch einen Cola-Verschnitt von Red Bull geben musste, beantwortet der Hersteller des klebrig-braunen Zuckerwassers lieber gleich selbst: "Warum nicht", so lapidar steht es auf der konzerneigenen Internet-Homepage. Warum die Dosen jetzt entfernt werden, steht da leider nicht. Da steht nur noch: "Und weil wir glauben, dass man Cola auch aus natürlichen Inhaltsstoffen machen kann. So wie früher."
Nun weiß man bekanntlich nicht, wie man früher Cola gemacht hat, denn Cola machen gehört zu den großen Mysterien der Menschheitsgeschichte. Eine geheime Rezeptur soll es sein, besser gehütet als die großen Schätze dieser Welt, Tausendmal kopiert, Tausendmal ist nichts passiert. Cola machen ist nämlich gar nicht so leicht. Offensichtlich ist es das nicht. Dazu muss man nur eine der vielen Kopien probiert haben.
Red Bull macht aus seiner Cola kein Geheimnis. Red Bull sagt, "Red Bull Cola kommt ganz ohne geheimnisvolle Formel aus. Im Gegenteil: Alle unsere Inhaltsstoffe sind auf der Rückseite der Dose angeführt." Da steht dann was Kolanuss und von Senfsamen, Kardamom ist drin in der Cola, Ackerminze, Süßholz und Kokablätter. Die aber sollten besser nicht in der Cola sein.
Wegen Spuren von Kokain in der Cola von Red Bull hat die hessische Lebensmittelaufsicht den Verkauf des Getränks nämlich jetzt untersagt. Eine entsprechende Weisung sei am Dienstag an den Einzelhandel gegangen, teilte das hessische Verbraucherministerium am Freitag mit und bestätigte damit einen Bericht der "Frankfurter Neuen Presse".
Messungen von nordrhein-westfälischen Behörden sollen ergeben haben, warum auch Red Bull Cola Flügel verleiht. Es bestehe zwar keine Gesundheitsgefahr, aber in Lebensmitteln seien solche Substanzen nicht zugelassen, teilte das Ministerium mit. Also muss die Cola vom Markt. Und Schuld ist ein dekokainierter Cocablattextrakt, der in dem Getränk verwendet wird. Und das ist dummerweise ein Betäubungsmittel.
Das nordrhein- westfälische Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (LIGA) habe ein Gutachten zu dem Getränk erstellt. "Das Institut hatte Red Bull Cola in einem aufwändigen chemischen Verfahren untersucht und in der Tat Spuren von Kokain gefunden", sagte der Abteilungsleiter für Lebensmittelsicherheit beim Bundesverbraucherschutzministerium, Bernhard Kühnle. Da aber Verbraucherschutz Sache der Länder sei, habe man das Gutachten an alle Bundesländer weitergeleitet.
Nach dem Bericht der Zeitung hat die Rewe-Handelsgruppe bereits die Entfernung der Dosen aus den Regalen in die Wege geleitet. Red Bull wehrt sich jedoch gegen die Aktion. "Dekokainierte Cocablattextrakte werden weltweit als Aroma in Lebensmitteln eingesetzt", zitiert das Blatt das Unternehmen. Red Bull Cola sowie andere Lebensmittel, die Cocablattextrakte enthielten, gälten sowohl in der EU als auch in den USA als unbedenklich und verkehrsfähig. (mit dpa)

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