Der gelernte Automechaniker Ismail Khatib hatte 2005 unter tragischen Umständen seinen Sohn Ahmed verloren. Der Elfjährige war von israelischen Soldaten erschossen worden, die ihn für einen Angreifer hielten, weil er mit einem Plastikgewehr spielte. Khatib und seine Frau entschlossen sich, Organe des toten Kindes zu spenden, um das Leben israelischer Kinder zu retten. In dem Film „Das Herz von Jenin“, der mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde, hat ein breites Publikum Khatibs Schicksal kennengelernt.
Der Frankfurter Friedensforscher Harald Müller begründete die Entscheidung der Jury damit, dass Khatibs Friedensleistung „in einer heroischen privaten Tat“ bestehe. Er kenne viele Friedensstifter, aber „nichts Vergleichbares“.
Müller, der geschäftsführender Vorstand der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) ist, wies darauf hin, dass die Nahost-Region seit Jahrzehnten von einer Spirale aus Hass und Rache geprägt sei. Diese Spirale sei nicht durch politische Vereinbarungen allein, sondern „nur aus der Zivilgesellschaft zu überwinden“. Die Botschaft der hessischen Preisvergabe laute: „Jeder Mensch kann Beiträge zum Frieden leisten.“
Die Ehrenrede auf Ismail Khatib wird der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor, halten. Die Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Friedenspreises ist für den 22. September vorgesehen.

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