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19. Februar 2013

Hessischer Landtag: "Braune Vergangenheit" der Parlamentarier

Alfred Dregger (CDU, links) im Gespräch mit den früheren FR-Chefredakteur Werner Holzer (1981). Foto: FR-Archiv

Die Zahl der Nachkriegs-Parlamentarier in Hessen, die ein NSDAP-Parteibuch besessen haben, ist beträchtlich. Der Landtag arbeitet jetzt seine braune Vergangenheit auf.

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Wiesbaden –  

Im Hessischen Landtag war Mitte der 1960er Jahre jeder dritte Abgeordnete ein ehemaliger Nationalsozialist. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie über die Nazi-Vergangenheit der hessischen Parlamentarier hervor. Untersucht wurden die Biografien von 403 Abgeordneten, die im Jahr 1946 mindestens 18 Jahre alt waren. 92 davon hatten einst ein Parteibuch von Hitlers NSDAP. Das sind 22,8 Prozent.

In den ersten Landesparlamenten nach 1945 war der Anteil der früheren NSDAP-Angehörigen noch relativ gering. Er stieg ab 1950 dann deutlich an. Mit 34 Prozent erreichte der Anteil in der Legislaturperiode von 1962 bis 1966 einen Spitzenwert.

Untersucht wurden alle Landtage und die beiden Vorparlamente von 1946 bis 1999. Betroffen sind mit Ausnahme der KPD alle Fraktionen. Auch die Grünen hatten ein früheres NSDAP-Mitglied in ihren Reihen. Zu den prominentesten Fällen gehören der frühere Finanzminister und spätere Frankfurter Oberbürgermeister Rudi Arndt (SPD) sowie die CDU-Politiker Wilhelm Fay und Alfred Dregger. Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU) hatte im Frühjahr 2011 die Studie in Auftrag gegeben. Bereits im Mai 2011 war der Historiker Hans-Peter Klausch im Auftrag der Linken-Fraktion zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen (dpa)

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