Rhein-Main und Hessen
Hessische Landespolitik und Berichte aus dem Rhein-Main-Gebiet.

27. Juli 2012

Hitzerekord: Der heißeste Tag des Jahres

Bei diesen Temperaturen ist Abkühlung dringend nötig. Foto: dpa

Wir befinden uns in den letzten Stunden des bislang heißesten Tag des Jahres. Mit über 36 Grad war die Temperatur in Deutschland bislang noch nie so hoch. Doch das anbahnende Gewittertief „Tinke“ macht dem ein Ende.

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Offenbach/Frankfurt –  

Am Nachmittag meldete der Deutsche Wetterdienst aus Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz 36 Grad. Damit wurde der bisherige Jahreshöchstwert von 35,2 Grad aus Sachsen-Anhalt vom Mittwoch überboten.
In etlichen Städten kletterte die Temperatur am Freitagnachmittag auf über 35 Grad - so in Frankfurt, Bad Dürkheim, Stuttgart oder Heidelberg.

Hitze macht Bahn Probleme

Für Bahnfahrer war es kein guter Tag. In gleich zwei ICEs funktionierte die Kühlung in mehreren Waggons nicht. Die Fahrgäste eines Zuges von München nach Hamburg mussten deshalb bereits in Nürnberg aussteigen, wie ein Bahnsprecher sagte. Sie seien in nachfolgende Züge umgestiegen. Einer davon schaffte es aber nur bis Würzburg, weil die Klimaanlage auch dort in mehreren Waggons gestört war. In der Zwischenzeit konnten die Probleme mit der Anlage im ersten ICE behoben werden und er fuhr verspätet hinterher. Wahrscheinlich seien einige der Reisenden dann wieder in ihr ursprüngliches Fahrzeug eingestiegen, sagte der Sprecher.

Der deutsche Hitzerekord war aber nicht in Gefahr. Er liegt bei 40,2 Grad - diese Temperatur registrierte der DWD gleich an drei Tagen: am 27. Juli 1983 in Gärmersdorf bei Amberg in der bayerischen Oberpfalz sowie zweimal im Supersommer 2003, am 9. August in Karlsruhe und am 13. August in Freiburg.

„Tinke“ macht der Hitze ein Ende

Die Hitzewelle geht nun aber zu Ende. Ein Temperatursturz um zehn Grad steht an. Begleitet wird die Wetterumstellung, die Tief „Tinke“ aus Westen bringt, von heftigen Gewittern inklusive Starkregen, Sturmböen und Hagel. „Danach können wir wieder besser schlafen und richtig durchlüften“, sagte Meteorologe Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Freitag. Erst Anfang der Woche werden die Gewitterwolken aus Deutschland abgezogen sein.

Für erholsamen Schlaf war es in der Nacht zum Freitag vielerorts zu warm: Entlang von Rhein und Neckar gab es eine Tropennacht - mit diesem Begriff bezeichnen Meteorologen Nächte, in denen das Thermometer nicht unter 20 Grad sinkt.

Mit den Temperaturen stiegen auch die Ozonwerte wieder über die Warnschwelle. An neun Messstationen des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie (HLUG) - vom Spessart bis zum Kellerwald - überschritten die Werte am Nachmittag die Grenze von 180 Mikrogramm Ozon je Kubikmeter Luft. Ab dieser Konzentration müssen empfindliche Personen mit Atembeschwerden und Kopfschmerzen rechnen.

Für das Wochenende sagten die Meteorologen Schauer und Gewitter mit Unwetterpotenzial voraus: Den ganzen Samstag könne es lokal heftig regnen oder hageln, auch mit Sturmböen müsse gerechnet werden. Die Temperaturen erreichen nur noch 23 bis 27 Grad, im Taunus und in der Rhön Werte um 20 Grad. Erst am Sonntag sollen die Gewitterwolken aus Hessen abgezogen sein, dann wird es 20 bis 25 Grad warm, im Hochtaunus, in der Rhön und im Vogelsberg bleibt die Temperatur

Nicht nur in Deutschland sorgt das Wetter weiter für Extreme. Nach Südeuropa wüten nun in Sibirien zahlreiche Feuer. Die mehr als 30 Brände haben schon mehr als 8500 Hektar Wald zerstört. Mehr als 1.000 Feuerwehrleute waren im Einsatz, die 500. 000-Einwohner-Stadt Tomsk lag unter dichtem Rauch. (dpa/afp)

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